Episode 01 — Olhão
Shownotes
Deine Geschichte in 333: https://tally.so/r/vGKEV4 Alle Links: https://linktr.ee/333paranormal
333 ist ein Podcast über paranormale Erlebnisse — erzählt von den Menschen, denen sie passiert sind. Neue Folgen alle zwei Wochen, überall wo es Podcasts gibt.
Host und Produktion: Florian Kowatz. Eine Produktion von KR8 bureau, Wien.
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00:00:09: Florian: Herzlich willkommen zur allerersten Episode von 333 — Paranormale Erlebnisse.
00:00:16: Florian: Mein Name ist Florian Kowatz. Geschichten, die man sich selber oft nicht erklären kann, sind für Menschen ein Thema, bei dem man gerne mal in eine Ecke gestellt wird. Und die Personen, die einem zuhören, glauben dann entweder alles oder tun es sofort ab.
00:00:31: Florian: Wenn sie einem glauben, dann ist es oft der Beweis für was ganz Großes. Und wenn man es nicht glaubt, dann wird das als Aberglaube, Einbildung oder falsche Wahrnehmung abgetan.
00:00:41: Florian: Was mich aber in diesem Podcast interessiert, ist wirklich der Raum dazwischen.
00:00:46: Florian: Was diese Geschichten verbindet, ist oftmals ein ähnliches Phänomen, also es gibt durchaus Überschneidungen in den Geschichten.
00:00:53: Florian: Aber was für mich noch spannender ist: die Gefühlswelt der Menschen, die sie erzählen.
00:00:58: Florian: Was mitschwingt, ist
00:00:59: Florian: oft ein bisschen Scham, Zweifel, manchmal Neugier — aber meistens jahrelanges Schweigen.
00:01:06: Florian: Wenn etwas passiert, was nicht in dein Bild der Realität passt, dann bleibt das ja auch irgendwie bei dir und verändert vielleicht am Ende des Tages auch das, was du für möglich hältst.
00:01:15: Florian: Im normalen Berufsalltag komme ich aus einem ganz anderen Bereich.
00:01:19: Florian: Ich arbeite in der Kreativbranche und beschäftige mich mit Markenstrategie und Design, also nichts aus dem paranormalen Feld.
00:01:27: Florian: Was euch bei 333 erwartet, ist kein Creepypasta und keine erfundenen Geschichten.
00:01:33: Florian: Ich schau nicht aktiv auf Reddit oder browse in irgendwelchen Foren, um irgendwelche Stories zu akquirieren.
00:01:39: Florian: Dieser Podcast will auch nicht beweisen, dass es Geister, Aliens oder übernatürliche Phänomene wirklich gibt.
00:01:46: Florian: Gleichzeitig möchte ich aber auch nichts debunken.
00:01:50: Florian: Ich bin nicht hier, um Menschen ihre Erfahrungen wegzuerklären.
00:01:53: Florian: Was ich hier gerne tun möchte, ist Menschen und ihren Geschichten einen echten Raum zu geben. Und dann aber auch wirklich genau hinzuschauen — nicht um die Erfahrung wegzunehmen, sondern um sie von möglichst vielen Perspektiven journalistisch auszuleuchten.
00:02:08: Florian: Ich persönlich sehe mich dabei eher als einen interessierten Skeptiker. Ich habe keine fixe Weltanschauung, keine Religion und auch kein Glaubenssystem, das ich in irgendeiner Weise bestätigen möchte.
00:02:19: Florian: Ich bin einfach hier, um die richtigen Fragen zu stellen und zu prüfen.
00:02:23: Florian: Dabei schaue ich auf das, was gesagt wurde, aber auch auf das, was sich wirklich überprüfen lässt.
00:02:29: Florian: Journalistischer Zugang bedeutet für mich zu schauen:
00:02:31: Florian: Gibt es Zeugen?
00:02:32: Florian: Gibt es Muster?
00:02:34: Florian: Können wir aus der Wissenschaft schöpfen, gibt es Studien?
00:02:37: Florian: Ist das Thema gesellschaftlich gegenwärtig?
00:02:40: Florian: Dabei möchte ich alle Erklärungen, die es gibt, wirklich ernst nehmen, aber auch die Erfahrung der Person, die die Geschichte erzählt.
00:02:47: Florian: Manche Dinge lassen sich dadurch vielleicht erklären, manche nicht.
00:02:50: Florian: Manche bleiben genau in diesem Spannungsfeld: glaubwürdig erzählt, aber schwer beweisbar.
00:02:55: Florian: Was mich wirklich interessiert — da ich persönlich schon viele Geschichten gehört habe, und wie ich vorher schon kurz gesagt habe, einige Phänomene überschneiden sich: Was ist die philosophische Frage dahinter?
00:03:07: Florian: Wenn jemand sagt: "Ich weiß, was ich erlebt habe", dann beginnt ja eigentlich erst die interessante Frage.
00:03:13: Florian: Was ist eigentlich, wenn hinter diesen ganzen Erlebnissen ein größeres Muster steckt, eine Metaschicht oder eine Realität, die wir noch nicht vollständig verstehen?
00:03:22: Florian: Und dabei spreche ich jetzt eher von Dingen, die die Wissenschaft momentan noch nicht so ganz greifen kann.
00:03:27: Florian: Wenn ich mir persönlich überlege: Zwei Prozent aller paranormalen Geschichten der ganzen Welt sind wahr — dann wäre das eine unglaublich riesige Nummer.
00:03:36: Florian: Und wenn es dahinter eine Struktur gibt, die verstanden werden will?
00:03:40: Florian: Dann ist die Frage nach der Implikation natürlich riesig.
00:03:43: Florian: Ich weiß nicht, ob wir darauf Antworten finden werden, aber ich freue mich jetzt aufs Zuhören.
00:03:50: Florian: Ich freue mich aufs Kennenlernen jeder einzelnen Person, und vielleicht kommen wir dieser großen Metafrage mit jeder Episode ein kleines Stück näher.
00:04:00: Florian: Bevor wir jetzt in die erste Episode reinstarten, die Frage an euch:
00:04:05: Florian: Ist euch schon mal etwas Seltsames passiert, das ihr euch bis heute nicht erklären könnt?
00:04:10: Florian: In der Episodenbeschreibung und in der Bio des Podcasts findet ihr einen Link mit einem Fragebogen.
00:04:17: Florian: Dort könnt ihr eure eigenen Geschichten teilen, so ausführlich oder so knapp wie möglich.
00:04:23: Florian: Wir lesen alle Geschichten durch, und wer weiß, vielleicht wird daraus eine der nächsten Geschichten bei 333.
00:04:32: Florian: In der heutigen Episode spreche ich mit Marie aus Berlin.
00:04:37: Florian: Marie ist mit ihrer Familie vor einigen Jahren nach Portugal in den Urlaub geflogen.
00:04:42: Florian: Dort haben sie sich ein hübsches Ferienhaus in der Algarve gemietet.
00:04:48: Florian: Doch bereits nach den ersten Tagen haben sich die Gefühle aller Leute, die in diesem Haus gelebt haben, schnell verändert, und es sind komische Dinge passiert.
00:04:57: Florian: Das Interessante dabei ist, dass alle Personen nicht gleich miteinander darüber geredet haben, sondern erst Stück für Stück mit den anderen geteilt haben, wie unwohl sie sich eigentlich in diesem Haus fühlen.
00:05:09: Florian: Und damit herzlich willkommen bei der allerersten Episode von 333.
00:05:51: Marie: Ja, ich bin Marie, ich komme aus Berlin und habe zwei Kinder, die sind achtzehn und vierzehn Jahre alt.
00:05:59: Marie: Ansonsten bin ich relativ frisch geschieden und arbeite an einer Schule.
00:06:06: Marie: Mein Leben fühlt sich gut an, also ich kann ziemlich viel selbst bestimmen, weil meine Kinder groß sind und aus dem Gröbsten raus sind.
00:06:15: Marie: Das heißt also, mein Arbeitsalltag ist okay.
00:06:20: Marie: Ich arbeite ganz nah von meinem Wohnort entfernt, das heißt, ich brauche nur fünf Minuten zur Arbeit, zu der Schule, an der ich tätig bin. Und das ist natürlich cool, weil man dann mal ganz schnell auch wieder zu Hause ist und so weiter.
00:06:37: Marie: Und ansonsten mache ich sehr gerne Sport in meiner Freizeit.
00:06:43: Marie: Also so richtig war es eigentlich das erste Mal.
00:06:46: Marie: Aber ich erinnere mich noch:
00:06:48: Marie: Also wir haben natürlich auch als Jugendliche uns auch manchmal so Schauergeschichten erzählt und auch zum Teil Gläserrücken und so gemacht.
00:06:57: Marie: Wobei — also da gab es auch schon ein, zwei Sachen, die echt ein bisschen gruselig waren. Aber da konnte ich es immer noch so darauf schieben: Ach hey, wir waren alle jung, und wahrscheinlich war irgendjemand dabei, der das Glas bewegt hat oder so.
00:07:12: Marie: Ansonsten hatte ich bisher noch nicht so ein Erlebnis.
00:07:17: Marie: Nein, das war das erste Mal.
00:07:20: Marie: Dieses Erlebnis war so krass,
00:07:22: Marie: weil
00:07:23: Marie: alle Personen, die mit dabei waren in diesem Urlaub und auch in dieser Unterkunft, im Nachhinein das Gleiche erzählt haben, was sie gefühlt haben und so weiter.
00:07:35: Marie: Aber während wir dort waren, in den ersten Tagen, hat keiner darüber gesprochen, so richtig. Und deswegen war es eigentlich erst hinterher krass irgendwie.
00:07:46: Marie: In Portugal waren wir schon öfter, also bestimmt schon drei, vier Mal vor diesem Urlaub.
00:07:52: Marie: Das war im Jahr … Wir fahren immer an die Algarve, also das ist so ungefähr zehn Kilometer von Faro entfernt.
00:08:03: Marie: Ein kleines Fischerdörfchen, das Olhão heißt. Und die Jahre zuvor, vor diesem Sommer 23, sind wir dann eigentlich auf einer Insel noch gewesen, die heißt Armona, und hatten dort eine Unterkunft auch über Airbnb gebucht. Auch alles schon bekannt und so weiter.
00:08:22: Marie: Und dieses Mal war es aber so, dass wir dachten: Nee, wir bleiben am Festland und wollen ein bisschen die Vorzüge des Festlandes genießen und eine Wohnung auf jeden Fall irgendwie mit Klimaanlage haben und Fernsehen
00:08:35: Marie: und so weiter,
00:08:36: Marie: weil dieses Inselleben dann doch etwas einfacher ist.
00:08:41: Marie: Ja, ich bin mit meinem damaligen Mann, meinen zwei Kindern, einer guten Freundin von mir und ihrer Tochter, die im gleichen Alter wie mein Sohn ist —
00:08:51: Marie: und dorthin gefahren, genau.
00:08:55: Marie: Wir haben einfach auch wieder bei Airbnb geguckt, was es so gibt.
00:09:01: Marie: Da wir den Ort schon ganz gut kennen und so weiter, wussten wir ja: Die Wohnung liegt direkt am Hafen, sodass wir gut übersetzen können zu der kleinen Insel, wo wir halt sonst mal sind, weil dort auch die Strände sind und so weiter.
00:09:14: Marie: Denn direkt dort gibt es keinen Zugang zum Strand, das ist eher so eine kleine Hafenstadt.
00:09:19: Marie: Ja, wir haben uns die Bilder bei Airbnb angeguckt und waren uns einig, dass das irgendwie eine schöne Wohnung ist.
00:09:24: Marie: Sie sah toll aus und hatte auch eine Dachterrasse mit Whirlpool und so weiter. Das werden dann so die Kriterien, warum wir uns dafür entschieden haben.
00:09:34: Marie: Also hauptsächlich: Das Haus kannte ich sozusagen schon von außen, und ich wusste auch, unten ist ein Restaurant drin und so weiter.
00:09:42: Marie: Da hatten wir sogar auch schon mal gegessen.
00:09:44: Marie: Und wir haben einfach gedacht: Hey, das liegt direkt gegenüber dieser großen Markthalle, die da auch am Hafen ist und so weiter.
00:09:51: Marie: Wir dachten einfach: cool, also voll zentral, perfekt für uns.
00:09:56: Marie: Die Bilder sahen toll aus. Vier plus zwei — wir waren sechs Personen und brauchten natürlich auch dementsprechend Zimmer und Betten.
00:10:05: Marie: Und das hat die Wohnung geboten, und sie war auch dazu noch ganz nett eingerichtet.
00:10:13: Marie: Deswegen dachten wir, ja, das ist nur eine gute Wahl.
00:10:17: Marie: Mein Mann, mein damaliger Ehemann, und ich — also Simon heißt er. Der ist so totaler Punkrocker, von oben bis unten tätowiert, hat auch in einer Band gespielt, und ja, der war dabei.
00:10:35: Marie: Er war zu dem Zeitpunkt — wie?
00:10:37: Marie: Das ist jetzt drei Jahre her, er muss da so 33 gewesen sein, genau. Ich war 38. Und meine Kids dementsprechend:
00:10:51: Marie: Mein Sohn fünfzehn, auch so ein ganz kreativer Kopf eigentlich, ganz cool, legt viel Wert auf Klamotten und Äußeres.
00:11:00: Marie: Hat auch sehr so einen, sage ich mal, nicht so einen 08/15-Look für Jugendliche oder Fünfzehnjährige damals gehabt.
00:11:10: Marie: Genau.
00:11:11: Marie: Und meine Tochter, die war dann damals elf — zehn oder elf, genau. Und die ist eigentlich auch ganz umgänglich.
00:11:21: Marie: Hat sich da auch schon für Mode tatsächlich interessiert, deswegen hat sie es so gefeiert, dass meine Freundin noch mit ihrer Tochter, die ja dann so alt war wie mein Sohn, mit war. Und die haben sich da immer auch zusammen gestylt, und die durfte sich Klamotten von ihr ausleihen, und so fand sie das alles ganz cool.
00:11:37: Marie: Und meine Freundin Sarah, die ist von Beruf Ballettlehrerin und arbeitet in verschiedenen Tanzschulen in Berlin als Tanzlehrerin, genau.
00:11:50: Marie: Und die ist so auch ein bisschen so ein spiritueller Mensch tatsächlich, und so eine ganz Gechillte eigentlich.
00:12:00: Marie: Also die kann man überall gut hin mitnehmen, die ist immer mit allem zufrieden und ist immer happy und glücklich.
00:12:06: Marie: Und ja, das war eigentlich voll die gute Kombi.
00:12:11: Marie: Sarah macht auch so Sachen wie Tarotkarten legen und so weiter.
00:12:18: Marie: Und hat auch so ein paar andere Freundinnen, die sich mit solchen Dingen beschäftigen und dafür interessieren.
00:12:26: Marie: Für so was einfach sehr offen.
00:12:30: Marie: Die Reise nach Portugal war eigentlich ganz locker.
00:12:34: Marie: Jeder war guter Dinge.
00:12:36: Marie: Jeder hat sich auf den Urlaub gefreut.
00:12:41: Marie: Wir mussten relativ früh starten, ich glaube, wir mussten schon gegen vier Uhr oder so aufstehen, dass man um sechs Uhr am Flughafen ist und so weiter.
00:12:51: Marie: Und der Flug von Berlin nach Portugal dauert ja auch etwa dreieinhalb Stunden.
00:12:56: Marie: Das Ankommen in der Unterkunft war eigentlich relativ unspektakulär.
00:13:01: Marie: Also wie gesagt, wir sind mit dem Taxi angereist.
00:13:03: Marie: Wir hatten uns dann kurz vor dem Haus mit der Dame getroffen, die uns die Schlüssel übergeben hat.
00:13:10: Marie: Sie kam allerdings nicht mit in die Wohnung.
00:13:12: Marie: Das war schon so ein bisschen weird, ehrlich gesagt, weil ich das normalerweise so kenne bei anderen Reisen.
00:13:20: Marie: Also gut, nicht unbedingt, aber ich kannte das bisher so, dass derjenige, der einen irgendwie in Empfang nimmt, einen noch mal kurz vielleicht durch die Wohnung führt und noch einmal die Besonderheiten erklärt.
00:13:32: Marie: Oder so was.
00:13:32: Marie: Das war nicht der Fall.
00:13:33: Marie: Wir hatten uns vor dem Haus getroffen, sie hat mir die Schlüssel gegeben. Sie kam auch mit einem Taxi an und ist dann wieder ins Taxi eingestiegen und abgefahren.
00:13:42: Marie: Aber sie war sehr freundlich. Und es war auch nicht die Besitzerin der Wohnung, sondern nur eine Dame, die sich darum gekümmert hat.
00:13:53: Marie: Es ist ein sehr, sehr altes Haus gewesen, und wir haben die Tür unten geöffnet.
00:14:02: Marie: Also es ging eine ganz, ganz steile Steintreppe erst mal hoch. Und es gab zwei Türen: eine Tür geradezu und eine auf der linken Seite. Und auf der linken Seite war sozusagen unsere Wohnung, und über uns muss es noch eine Wohnung gegeben haben.
00:14:22: Marie: Das haben wir dann auch hinterher gesehen, bei genauer Betrachtung des Hauses von außen.
00:14:28: Marie: Da stand ein Schild "Zu verkaufen" dran für die Wohnung sozusagen über uns. Und wir sind reingekommen in die Wohnung mit dem Schlüssel und waren eigentlich total positiv überrascht, weil es war so ein riesengroßer Wohnraum mit offener Küche, alles wirklich auch schön eingerichtet, sauber und so weiter.
00:14:51: Marie: Und dann führte halt noch eine kleine Treppe mit circa sechs, sieben Stufen, sozusagen ein halbes Stockwerk, nach oben, und von da aus konnte man die Schlafzimmer und die Bäder betreten.
00:15:04: Marie: Es gab eben diese Dachterrasse, und auch die Dachterrasse konnte man nur durch eines der Schlafzimmer betreten. War total gut, muss ich sagen.
00:15:17: Marie: Was direkt auffiel, war tatsächlich:
00:15:22: Marie: Wir hatten eine riesengroße Giraffe aus Holz im Wohnraum stehen, und es gab auch so Dekorationsartikel, also ich würde mal sagen aus Afrika. Mit so — ich weiß gar nicht, maskenartig, Figuren und so was, die so anmuteten, als würden sie aus Afrika kommen.
00:15:45: Marie: Ja, die Einrichtung war wirklich ethnisch, sagt man das so?
00:15:50: Marie: Holzig, Kolonialstil vielleicht auch ein bisschen.
00:15:54: Marie: So ein dunkler Holztisch und so weiter.
00:15:57: Marie: Also nicht … auch nicht hundertprozentig mein Geschmack, ich stehe auf ganz andere, ich steh auf modern.
00:16:03: Marie: Aber trotzdem hat man gesehen, dass sich jemand Gedanken gemacht hat.
00:16:09: Marie: Das war jetzt nicht wild zusammengewürfelt, sondern es hatte schon eine Linie, irgendwie.
00:16:13: Marie: Die erste Zeit war schön.
00:16:16: Marie: Ich müsste jetzt wirklich doll überlegen, ab wann das anfing. Wenn mich nicht alles täuscht, schon in der ersten oder zweiten Nacht.
00:16:26: Marie: Wir waren insgesamt acht Tage dort.
00:16:30: Marie: Mein Mann und ich hatten ein Schlafzimmer, und die beiden Teenager hatten ein Schlafzimmer zusammen.
00:16:35: Marie: Meine Freundin und meine jüngere Tochter haben in dem Wohnraum geschlafen, auf Ausklappsofas. Genau. Und wir hatten — ich kann es nicht genau sagen, es war der erste oder zweite Abend —
00:16:47: Marie: abends irgendwie noch einen Film bei Netflix geguckt, und ich bin tatsächlich so halb mit auf der Couch bei meiner Tochter eingeschlafen. Und dann war das so, dass ich auf einmal mitten in der Nacht wach wurde.
00:17:02: Marie: Meine Freundin schlief, und ich merkte, meine Tochter ist nicht mehr mit mir auf dem Sofa, und habe mich gewundert.
00:17:11: Marie: Vielleicht ist sie kurz zur Toilette gegangen oder so.
00:17:21: Marie: Aber ich guckte auf, über die Lehne des Sofas, und meine Tochter stand an der Wohnungstür, an der geöffneten Tür — und ich habe am Anfang schon erwähnt, dass eine sehr steile Steintreppe hinunterführte, direkt von der Wohnung aus quasi — und meine Tochter stand [dort].
00:17:41: Marie: Das Krasse war auch noch: Die Tür hatte so ein Sicherheitsschloss eigentlich.
00:17:48: Marie: Also du konntest nicht einfach nur den Schlüssel rumdrehen, sondern du musstest noch einen Riegel und noch irgendwas drehen, um die Tür zu öffnen.
00:17:55: Marie: Und dann habe ich zu meiner Tochter gesagt: Was machst du denn da?
00:17:59: Marie: Und sie guckte mich an und hat nicht reagiert.
00:18:01: Marie: Und dann hab ich sie zurückgeholt auf das Sofa, hab sie hingelegt, und hab halt irgendwie gedacht: Okay, sie schlafwandelt.
00:18:09: Marie: Also sie hat auch nicht geantwortet oder so.
00:18:13: Marie: Also das fand ich schon wirklich — es war schon wirklich ein bisschen gruselig in dieser Situation.
00:18:18: Marie: Aber ich dachte, okay, Kinder können mal schlafwandeln, das kommt vor.
00:18:22: Marie: Ich kannte das schon von meinem Sohn, der hat das irgendwann, als er ganz klein war, auch schon einmal gemacht, so dass er irgendwie halt in seinem Zimmer stand, die Augen geöffnet hatte, aber nicht wirklich ansprechbar war.
00:18:34: Marie: Da habe ich den auch wieder ins Bett gelegt.
00:18:35: Marie: Das fand ich jetzt nicht so dramatisch, aber in dieser Situation fand ich es ziemlich gruselig. Und auch gefährlich, weil die Tür nicht ganz einfach zu öffnen war.
00:18:47: Marie: Plus dass diese Steintreppe darunter führte.
00:18:50: Marie: Na ja, und dann habe ich sie wieder aufs Sofa gelegt, auf jeden Fall.
00:18:54: Marie: Hab mir in dem Augenblick gar nicht viel gedacht, aber am nächsten Tag dachte ich so: Oh, Marie, wie krass ist das denn?
00:19:00: Marie: Was ist da passiert?
00:19:02: Marie: Irgendwie habe ich das den anderen auch erzählt, und wir haben uns alle da irgendwie ein bisschen drüber lustig gemacht.
00:19:07: Marie: So: Die hat geschlafwandelt und so. Und haben dann auch in den nächsten Tagen irgendwie immer versucht, dass die Tür auf jeden Fall abgeschlossen ist und der Schlüssel nicht steckt, damit das nicht noch mal passieren kann.
00:19:22: Marie: Also meine Tochter hat zuvor noch nie schlafgewandelt.
00:19:26: Marie: Nee. Wie gesagt, mein Sohn schon mal.
00:19:29: Marie: Deswegen kannte ich das.
00:19:30: Marie: Da war der aber auch wesentlich kleiner, da war er vielleicht so drei, vier Jahre alt.
00:19:34: Marie: Und was sie nur ab und zu mal im Schlaf macht, ist, dass sie spricht.
00:19:40: Marie: Das kenne ich halt von ihr. Aber es war davor noch nie vorgekommen, dass sie irgendwie aus ihrem Bett raus ist und irgendwo hingegangen ist oder womöglich die Wohnung verlassen wollte.
00:19:52: Marie: Dass sie die Tür alleine aufbekommen hat, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel.
00:19:57: Marie: Ich meine, es ist jetzt nicht unmöglich, aber ich meine, wir waren ja gerade erst den ersten oder zweiten Tag da, und in der Regel schließen die Kinder auch nicht die Tür ab, sondern einer der Erwachsenen.
00:20:10: Marie: Also man muss schon — also es ist schon machbar, aber in ihrem Zustand sozusagen, in diesem Halbschlaf- oder Schlafwandelmodus halt, also ein Schloss aufzuschließen, gut und schön.
00:20:24: Marie: Aber dann noch einen Riegel und eine Kette und so weiter zu lösen.
00:20:29: Marie: Das finde ich schon auch ein bisschen krass.
00:20:32: Marie: Da braucht man selbst, wenn man wach ist, ja irgendwie — muss man da genau hingucken und das verstehen. In der zweiten Nacht oder dritten, ich kann es nicht ganz genau wiedergeben.
00:20:44: Marie: Aber die nächste Nacht, wo irgendetwas passiert ist, war … Also wir hatten ja die Teenager zusammen in einem Zimmer.
00:20:53: Marie: Also mein Sohn und die Tochter meiner Freundin haben sich ein Zimmer geteilt. Und da war's auch schon so, dass sie immer so geäußert haben: Hey!
00:21:03: Marie: Wir sind irgendwie nicht gerne in diesem Zimmer. Und wir so: Ja, egal, wie das manchmal ist, ne?
00:21:09: Marie: Also kennt man vielleicht auch, dass wenn man irgendwie in einer fremden Wohnung ist oder so, dass man sagt: Hey, das eine Zimmer ist irgendwie netter eingerichtet als das andere.
00:21:18: Marie: Die wollten auf jeden Fall … Hatten sie das hin und wieder mal geäußert:
00:21:22: Marie: Irgendwie sind wir da nicht gerne.
00:21:36: Marie: In der folgenden Nacht passierte es, dass die Tochter meiner Freundin eine Schlafparalyse hatte.
00:21:48: Marie: Und auch sie hatte so was noch nie in ihrem ganzen Leben zuvor, also das war wirklich schlimm.
00:21:53: Marie: Sie hat es am nächsten Tag geschildert und war ganz durch den Wind,
00:21:58: Marie: tatsächlich, weil sie gesagt hat, sie ist wach geworden in der Nacht.
00:22:03: Marie: Also mein Sohn lag auch neben ihr im Bett.
00:22:06: Marie: Sie konnte alles wahrnehmen, was sozusagen im Zimmer passiert, konnte sich aber nicht bewegen, und sie hatte das Gefühl, jemand hat auf ihr gesessen.
00:22:16: Marie: Also dieses typische Ding, was man vielleicht schon mal gehört oder gelesen hat über eine Schlafparalyse.
00:22:23: Marie: Sie hat gesagt, sie hatte das Gefühl, sie bekommt keine Luft mehr.
00:22:27: Marie: Es ist jemand im Raum. Es setzt sich jemand auf sie. Und —
00:22:31: Marie: das ist auch interessant:
00:22:33: Marie: Sie hatte ein lautes Geräusch gehört, so etwas wie eine Art Staubsauger oder so.
00:22:38: Marie: Also sie hat das als Staubsaugergeräusche beschrieben, und in den folgenden Nächten konnten auch andere Leute diese Staubsaugergeräusche wahrnehmen.
00:22:56: Florian: [Auf der wissenschaftlichen Seite sprechen wir] von einer Phase im REM-Schlaf.
00:23:15: Florian: Das ist quasi der Moment, wo wir gerade wirklich anfangen zu träumen und noch nicht so wirklich tief
00:23:23: Florian: schlafen.
00:23:24: Florian: Da schaltet das Gehirn den Körper bewusst auf gelähmt, damit wir unsere Träume nicht körperlich ausagieren. Bedeutet: Wenn wir irgendwas Schlimmes träumen, dass wir nicht um uns schlagen oder irgendetwas Schlimmes mit uns passiert. Also dass es wirklich wie eine Art Schutzmechanismus [ist]. Schlafparalyse ist aber auch ein Timing-Fehler.
00:23:47: Florian: Das Bewusstsein wacht auf, die Lähmung bleibt an — man liegt wach, sieht den Raum, kann sich nicht bewegen und nicht rufen.
00:23:58: Florian: Diese Schlafparalyse dauert Sekunden bis wenige Minuten und ist eigentlich harmlos, aber fühlt sich für uns oft existenziell bedrohlich an.
00:24:08: Florian: Dazu kommen dann oft Halluzinationen, weil der Traumzustand ins Wachsein hineinblutet.
00:24:14: Florian: Das Gefühl einer Präsenz im Raum, Druck auf der Brust, Atemnot und laute Geräusche, Brummen, Summen, Dröhnen — also das ganze Spektrum.
00:24:39: Florian: Ungewohnte Umgebungen, Rückenlage.
00:24:42: Florian: Also fremde Betten, Urlaub, früh aufstehen — passt tatsächlich alles zu dieser Reise.
00:24:50: Florian: Und jetzt kommt aber der eigentliche Twist, also abseits des rational Psychologisch-Wissenschaftlichen.
00:24:58: Florian: Es gibt eine Kulturgeschichte und auch eine parapsychologische Seite zur Schlafparalyse.
00:25:05: Florian: Das eigentlich Unheimliche ist nicht das Phänomen selber, sondern seine Gleichförmigkeit.
00:25:10: Florian: Menschen, die noch nie davon gehört haben, beschreiben über Kulturen und Jahrhunderte hinweg dasselbe Phänomen.
00:25:18: Florian: Etwas sitzt auf der Brust —
00:25:20: Florian: bei
00:25:21: Florian: uns?
00:25:21: Florian: Der Alp oder der Nachtmahr.
00:25:24: Florian: Daher kommt wörtlich unser Wort "Albtraum".
00:25:27: Florian: Dazu gibt es auch Füsslis berühmtes Gemälde von 1780,
00:25:31: Florian: und das zeigt genau das: ein Wesen, das auf der Brust eines Schlafenden hockt.
00:25:38: Florian: In Brasilien ist es die Pisadeira, eine alte Frau, die nachts auf Schlafenden herumtrampelt.
00:25:45: Florian: In China der Geist, der aufs Bett drückt. In Japan Kanashibari, "in Metall gefesselt". Und in Skandinavien die Mare.
00:25:55: Florian: In modernen Berichten weltweit und unabhängig voneinander immer wieder Schattengestalten. Und auffallend oft eine ganz bestimmte Figur: ein Schattenmann mit Hut, der sogenannte Hatman.
00:26:08: Florian: Dazu gibt's Tausende Berichte, eigene Foren und eigene Forschungen in der Parapsychologie.
00:26:13: Florian: Also ein wirklich weit verbreitetes Kulturphänomen.
00:26:17: Florian: Da gibt es auch einen ganz spannenden Film, der heißt Come True, ist tatsächlich einer meiner Lieblingsfilme.
00:26:23: Florian: Ein ganz artsy-fartsy kanadischer Horrorfilm mit großartigem Soundtrack, kann ich euch ans Herz legen.
00:26:30: Florian: Die zwei Lesarten jetzt noch mal sauber nebeneinander:
00:26:33: Florian: Die Psychologie sagt, unser Gehirn ergänzt im Bedrohungszustand archetypische
00:26:38: Florian: Umrisse — gleiche Neurologie, gleiche Bilder.
00:26:43: Florian: Die Parapsychologie fragt: Warum ausgerechnet immer dieselben Figuren?
00:26:49: Florian: Und was, wenn der Zustand zwischen Schlaf und Wachsein eine Tür ist — und das, was da sitzt, nicht aus dem Traum kommt?
00:27:05: Florian: Brummen und Dröhnen gehört zu den klassischen Paralysehalluzinationen.
00:27:10: Florian: Wäre die Geschichte hier zu Ende, hätten wir eine ziemlich saubere Erklärung.
00:27:16: Florian: Das Problem ist: Sie ist hier nicht zu Ende. Denn diese Staubsaugergeräusche hörte in den Nächten danach nicht nur die Tochter, sondern alle. Hellwach.
00:27:29: Florian: Aus diesem Grund möchte ich hier keine Position einnehmen.
00:27:33: Florian: Ich möchte euch einfach diese zwei Perspektiven mit auf den Weg geben.
00:27:38: Florian: Und jetzt hören wir uns an, was Marie weiter von ihrem Erlebnis erzählt.
00:28:13: Marie: [… als würde jemand in der Wohnung über uns] staubsaugen.
00:28:14: Marie: Ich meine, das kennt man ja vielleicht auch von zu Hause, wenn der Nachbar irgendwie staubsaugt.
00:28:18: Marie: Also es ist nicht total laut, aber man nimmt es auf jeden Fall wahr, und man merkt, dass da auch irgendwie was oben in Bewegung ist.
00:28:26: Marie: Und das ist ja der nächste Punkt:
00:28:29: Marie: Die Wohnung stand ja leer, die über uns, die war ja zu verkaufen, dort war ja niemand. Und wir haben das wirklich in der Nacht regelmäßig gehört, als würde jemand da oben rumlaufen und staubsaugen.
00:28:42: Marie: Mein Mann und ich haben uns ja das Schlafzimmer geteilt, was neben dem Zimmer der Teenager war.
00:28:49: Marie: Und ich habe ja schon gesagt, jede Nacht sind wir wach gewesen. Und das Krasseste war: Mein Mann ist in diesen acht Tagen dreimal nachts aus dem Bett gefallen.
00:29:03: Marie: Aber davon bin ich dann zum Teil auch wach geworden, weil ich einfach nur gehört habe, wie irgendwas auf den Boden aufklatscht oder aufprallt. Und das war einfach er.
00:29:15: Marie: Er ist auch — also wir waren acht Jahre zusammen, er ist nie aus dem Bett gefallen. Zu Hause, in keinem anderen Urlaub, in keinem Hotel, nirgendwo.
00:29:24: Marie: Aber in diesem Urlaub ist er dreimal aus dem Bett gestürzt oder geklatscht, keine Ahnung, wie man es sagen soll. Mit Wucht. Also wirklich.
00:29:34: Marie: Er war so total schockiert eigentlich über sich selber, so: Hey, warum fall ich denn dauernd hier raus?
00:29:39: Marie: Er hat es erst mal nur auf sich bezogen, ja, da hat er jetzt auch gar nicht an irgendwas Merkwürdiges oder Komisches gedacht.
00:29:47: Marie: Aber es war wirklich so:
00:29:49: Marie: Also da, als das anfing — okay, dieses Schlafwandeln meiner Tochter und die Schlafparalyse, kann ja alles irgendwie mal sein.
00:29:57: Marie: Aber als das dann auch noch anfing, dass er aus dem Bett fiel — also da habe ich langsam auch so ein bisschen ungutes Gefühl bekommen,
00:30:04: Marie: ehrlich gesagt. Wir haben natürlich auch versucht, irgendwelche Gründe dafür zu finden, warum es passieren könnte.
00:30:13: Marie: Was weiß ich?
00:30:14: Marie: Das Bett ist besonders schmal, oder er hat zu viel getrunken oder so.
00:30:18: Marie: Aber das war definitiv alles nicht [der Fall].
00:30:25: Marie: Und die Krönung kommt aber noch.
00:30:29: Marie: Eines Morgens ist er aufgewacht und hatte an beiden seiner Oberarme blaue Flecken. Und zwar nicht irgendwie, sondern blaue Flecken, die aussahen, als wenn vier Finger vorne und hinten der Daumen irgendwie massiv Druck ausgeübt hätten auf die Oberarme.
00:30:56: Marie: Auf beiden Seiten.
00:30:58: Marie: Und ja, also da war es wirklich aus dann irgendwie bei mir.
00:31:01: Marie: Wo ich dachte: Ey, krass, was geht denn hier bitte vor sich?
00:31:05: Marie: Es gibt auch Bilder übrigens davon, von diesen Verletzungen, die über Nacht entstanden sind, wo keiner weiß, wo sie herkommen.
00:31:13: Florian: Übrigens könnt ihr die Fotos, die uns Marie aus dem Urlaub geschickt hat, auf unserem Instagram-Account und auf unserem TikTok-Account anschauen.
00:31:25: Florian: Dort sucht ihr einfach nach 333 — Paranormale Erlebnisse und werdet schnell fündig.
00:31:32: Florian: Wenn ihr unseren Podcast weiter supporten wollt, dann folgt uns gerne, gebt uns ein Like, gebt uns Kommentare, ihr kennt das ganze Spiel.
00:31:40: Florian: Wir sind frisch,
00:31:41: Florian: wir wollen gerne weitermachen mit coolen Geschichten.
00:31:44: Florian: Je mehr Support, desto besser.
00:31:48: Marie: Es war relativ zum Ende hin, also am vorletzten Tag oder so was.
00:31:53: Marie: Also da waren wir jetzt nun schon fünf, sechs Tage dort gewesen. Und er wacht auf und sagt nur so: Guck mal, was hab ich hier denn?
00:32:04: Marie: Oh mein Gott, das sieht aus, als hätte dich da jemand ganz fest, ganz doll festgehalten.
00:32:09: Marie: Und zwar von hinten, weil logischerweise, wenn jemand von hinten an die Arme greift, sind die vier Fingerabdrücke eher vorne und der Daumenabdruck eher am hinteren Oberarm. Und genauso sah das bei ihm aus.
00:32:23: Marie: Ganz schlimm.
00:32:26: Marie: Ich weiß nicht, wie das möglich sein könnte, dass er sich so was selber zufügt.
00:32:32: Marie: Da müsste er ja quasi mit verschränkten Armen irgendwie geschlafen haben und dann noch massiv Druck aufgebaut haben — auf die Hände.
00:32:42: Marie: Aber
00:32:44: Marie: ich
00:32:44: Marie: kann mir das nicht erklären.
00:33:00: Marie: Tagsüber waren wir natürlich die meiste Zeit am Strand oder an manchen Tagen auch nur auf der Dachterrasse, weil dort ja auch dieser Jacuzzi war, und wir waren eigentlich immer so alle zusammen.
00:33:13: Marie: Es war eigentlich gar nicht so, dass jemand sich mal abgekapselt hat.
00:33:16: Marie: Wir haben eigentlich so alles zusammen gemacht, und na klar:
00:33:19: Marie: Wir haben schon auch Sangria und so getrunken.
00:33:22: Marie: Aber ich würde mal sagen, es war nie ein richtiges Besäufnis oder so, wie man das halt im Urlaub macht, dass man dann halt auch schon vielleicht mittags schon mal ein Glas Wein trinkt und abends dann auch noch, bis abends.
00:33:35: Marie: Ja, wir haben definitiv Alkohol getrunken, aber jetzt nicht total übermäßig.
00:33:41: Marie: Nicht, dass wir irgendwie nichts mehr checken oder wahrnehmen konnten, was passiert.
00:33:49: Marie: Das mit dem Staubsauger war ja das erste Mal auch in der Nacht zu hören, und da war das Erste, was ich eigentlich zu meinem Mann gesagt habe: Warum hört man Geräusche von da oben?
00:34:00: Marie: Die Wohnung steht leer. Und er so: Jo, stimmt, du hast recht. Also es war schon — es war schon nicht ohne.
00:34:07: Marie: Wir haben schon dann auch so gedacht, es ist schon echt merkwürdig. Und er hat's halt auch gehört. Und die Teenager haben's auch gehört.
00:34:17: Marie: Also wir haben dann wieder am Tag darüber gesprochen.
00:34:23: Marie: So summierten sich ja dann auch langsam all diese Vorfälle, und wir fanden das alles komisch. Aber irgendwie hat keiner richtig sich getraut, das auszusprechen, was da eigentlich vor sich geht.
00:34:37: Marie: Aber jeder hat es irgendwie wahrgenommen, und ich glaube, wir wollten einfach diesen Urlaub noch genießen.
00:34:44: Marie: Ich muss auch noch etwas sagen:
00:34:47: Marie: Ich hatte ja erzählt, dass von diesem großen Wohnraum eine kleine Treppe dann zu den Schlafzimmern und so führte. Und auf der Treppe war ein Zugang zu einer Abstellkammer, also auch noch mal eine Tür.
00:35:00: Marie: Das waren ungefähr sechs oder sieben Stufen, und nach drei Stufen gab es eine etwas längere Stufe, wo dann auch eine Tür auf der rechten Seite war.
00:35:09: Marie: Zu einer Abstellkammer, wo dann noch mal, was weiß ich,
00:35:12: Marie: irgendwelche — ja, da stand auch ein Staubsauger und Putzutensilien und so weiter.
00:35:17: Marie: Und von dieser kleinen Kammer führte noch eine Tür weiter, aber diese Tür war abgeschlossen.
00:35:24: Marie: Also da kann ich nicht sagen, was dahinter war.
00:35:26: Marie: Da muss noch eine kleine Kammer oder irgendetwas gewesen sein.
00:35:30: Marie: Aber was ich noch sagen wollte, ist, dass jedes Mal, wenn ich — also das war jetzt erst mal nur für mich der Fall gewesen:
00:35:38: Marie: Wenn ich diese Treppe hochgelaufen bin zu den Schlafräumen, habe ich mich immer total unwohl und beobachtet gefühlt, weil man dann diesen großen Wohnraum so hinter sich hatte. Und ich hatte jedes Mal das Bedürfnis, mich umzugucken. Das war mir auch schon so aufgefallen, aber ich hatte auch darüber nicht mit den anderen gesprochen.
00:36:19: Marie: Die Abstellkammer war wirklich klein, also ich würde mal so echt sagen, zwei, drei Quadratmeter groß, also wirklich klein.
00:36:31: Marie: Da standen Regale drin, so was wie Kühltasche, Sonnenschirm und so was, was wahrscheinlich andere Leute mal angeschafft hatten und dann dort gelassen haben, was man denn auch mitbenutzen konnte, Putzutensilien.
00:36:44: Marie: Sie war dunkel, also man konnte das Licht anschalten, aber irgendwie halt ganz klein und eng.
00:36:53: Marie: Die Tür war ganz normal groß, wie die andere Tür auch.
00:36:58: Marie: Da hätte natürlich ein erwachsener Mensch durchgehen können. Und da stand auch nichts vor.
00:37:04: Marie: Also die sollte jetzt nicht versteckt sein oder so.
00:37:08: Florian: Habt ihr euch schon mal Gedanken gemacht, dass vielleicht wirklich jemand nachts durch die Tür hätte kommen können, und vielleicht war das oben gar nicht so leer?
00:37:17: Florian: Oder habt ihr da irgendwelche Theorien oder Gedanken gehabt?
00:37:20: Florian: Oder war es für euch völlig klar, dass oben einfach die Wohnung leer ist?
00:37:25: Marie: Also dass da irgendjemand hätte durchgehen können — darüber habe ich mir gar keine Gedanken gemacht.
00:37:29: Marie: Aber jetzt, wo ich drüber spreche, denke ich mir: Ey klar, ey, rein theoretisch, wer weiß, möglich ist es.
00:37:37: Marie: Wir wissen ja nicht, was dort hinter war.
00:37:40: Marie: Ich kann nicht genau sagen, an was die Tür angegrenzt hat, aber vielleicht … Also wenn ich das jetzt nur von dem Grundriss der Wohnung und von den Räumen, die ich kenne und die zugänglich für uns waren, betrachte: war die Tür neben dem großen Badezimmer.
00:38:00: Marie: Aber da es ja auf so einer halben Etage war — es war ja nicht die komplette Treppe hoch, sondern ein paar Stufen —
00:38:08: Marie: muss das ja noch mal so ein Zwischenstockwerk oder so gewesen sein.
00:38:14: Marie: Ich weiß es nicht.
00:38:15: Marie: Die Kinder haben sich in ihrem Zimmer irgendwie unwohl gefühlt, aber sie konnten gar nicht ganz genau beschreiben, warum.
00:38:24: Marie: Ich kann nur sagen, also das Zimmer von den beiden war auch nicht besonders groß.
00:38:29: Marie: Und es war so ein Einbauschrank mit so Blenden, also mit Holzblenden.
00:38:36: Marie: Vielleicht hat das damit zu tun?
00:38:40: Marie: Also nachdem die Tochter meiner Freundin die Schlafparalyse hatte, hat sie auch ganz klar gesagt, sie möchte auf keinen Fall mehr in diesem Raum schlafen. Und sie hat dann die folgende Nacht oder die folgenden Nächte im Wohnzimmer geschlafen, denn dort waren ja die beiden Ausklappsofas, wo meine Tochter und ihre Mutter geschlafen haben.
00:39:06: Marie: Also bei uns war es wirklich so, dass tagsüber so gesehen die Welt in Ordnung war, und hinterher, wenn es dann schon zum Abend zuging und so, dann haben wir schon alle — also wir waren dann wirklich auch — wir waren zusammen auf der Dachterrasse.
00:39:23: Marie: Ich hatte hinterher, genau, ich, aber auch die Kids hatten hinterher sogar Schiss, alleine auf Toilette zu gehen. Einfach weil sich jeder nur noch komisch und unwohl gefühlt hat.
00:39:35: Marie: Wir haben dann echt für die letzten Tage auch beschlossen, dass wir alle zusammen im Wohnzimmer schlafen, und haben dann wirklich die Matratzen aus den Schlafzimmern ins Wohnzimmer getragen.
00:39:47: Marie: Und haben da wirklich als Gruppe auf dem Boden, auf so einem Riesenlager gepennt, alle zusammen.
00:39:53: Marie: Davon gibt es ein Bild.
00:39:55: Marie: Und ich muss sagen, in den Nächten — das waren vielleicht noch drei Nächte, zwei oder drei —
00:40:01: Marie: da waren auch keine Vorkommnisse mehr.
00:40:05: Marie: Jeder hatte ja irgendwie mal irgendein Erlebnis in der Nacht, und ich, wie gesagt, ich habe keine Nacht durchgeschlafen.
00:40:12: Marie: Und mein damaliger Mann tatsächlich auch nicht, weil er aus dem Bett fiel oder wach wurde oder gar nicht erst einschlafen konnte, ewig oder so was.
00:40:22: Marie: Meine Tochter ist schlafgewandelt, die andere hatte eine Schlafparalyse.
00:40:26: Marie: Der Einzige, der nichts hatte außer einem unwohlen Gefühl, war mein Sohn. Meine Freundin —
00:40:36: Marie: also das hat sich so aufgebaut, die war vorher auch noch immer tiefenentspannt und dann immer so: Ach hey, was für krasse Zufälle und so.
00:40:44: Marie: Aber irgendwann hat sie auch gesagt: Irgendwas stimmt hier nicht.
00:40:47: Marie: Also irgendwann kam sie auch dazu, dass sie gesagt hat: Nee, ey, dann schlafen wir lieber alle zusammen und lassen das.
00:40:55: Marie: Wobei sie selber ja auch nicht betroffen war von irgendwelchen Schlafstörungen oder so.
00:41:00: Marie: Sie konnte nur die Dinge mitbekommen, die den anderen passiert waren.
00:41:07: Marie: So im Nachhinein, als wir aus der Wohnung raus waren und so auf dem Nachhauseweg und so, haben wir natürlich auch noch mal darüber gesprochen. Jeder Einzelne — wir haben das währenddessen versucht, ein bisschen von uns wegzuschieben.
00:41:25: Marie: Also dass wir darüber gesprochen haben, alle zusammen, war erst, als mein Ex-Mann halt diese krassen Verletzungen an den Oberarmen hatte. Weil da haben wir halt gesagt: Was ist das denn?
00:41:37: Marie: Erst fällst du die ganze Zeit aus dem Bett — und dann haben wir das mal so alle zusammen reflektiert und zusammengetragen.
00:41:42: Marie: So: Was passiert hier eigentlich?
00:41:46: Marie: Was ist denn da?
00:41:47: Marie: Und jeder hat dann irgendwie von seinen Gefühlen und seinen Sachen berichtet, und dann waren wir uns irgendwie einig, dass da irgendwas nicht stimmt, dass da irgendwas, irgendeine Energie … Also wir haben dann das auch so krass schon gesagt:
00:42:04: Marie: Irgendeine total negative Energie herrscht hier. Und nach dem Motto: Wir bleiben jetzt immer zusammen und sind irgendwann froh, wenn wir weg sind.
00:42:30: Florian: Hast du bei deiner Recherche abseits von Airbnb irgendetwas gefunden
00:42:33: Florian: zu dem Haus?
00:42:35: Marie: Nein, wir haben nicht versucht, noch mehr darüber rauszufinden. Wobei, wo es jetzt hier in Richtung des Interviews, sage ich mal, ging,
00:42:47: Marie: habe ich schon so gedacht: Eigentlich wäre das ja mal nicht schlecht, ein bisschen zu recherchieren, vielleicht über dieses Haus oder die Besitzer oder so was. Das Einzige, was ich gemacht habe:
00:42:59: Marie: Nach dem Urlaub hab ich noch ein paar Mal bei den Bewertungen bei Airbnb geguckt, aber niemand hat irgendetwas in die Richtung geschrieben.
00:43:08: Marie: Natürlich, man möchte ja auch nicht irgendwie, dass die Eigentümer dadurch dann irgendwie nicht mehr gebucht werden oder so.
00:43:19: Marie: Weiß ich nicht.
00:43:21: Marie: Da keiner mehr dieses Haus besuchen möchte.
00:43:29: Marie: Nee.
00:43:31: Marie: Ich hab's ja gar nicht wirklich recherchiert.
00:43:33: Marie: Aber ich dachte so: Vielleicht könnte man das mal tun?
00:43:35: Marie: Vielleicht würde man ja irgendetwas herausfinden.
00:43:39: Florian: Ja, schick mir mal die Adresse, das kann ich mal machen.
00:43:41: Marie: Okay, mache ich. Also ich bin — ich wäre mega gespannt, auch ob andere, die dort Urlaub gemacht haben, vielleicht ähnliche Dinge beobachtet oder erlebt haben.
00:43:52: Marie: Aber wie würde man das rausbekommen?
00:43:55: Marie: Das würde ja dann nur über Bewertungen schreiben gehen.
00:43:58: Marie: Aber es ist vielleicht auch ein bisschen irre.
00:44:01: Marie: Als wir noch im Nachhinein oder nach dem Urlaub darüber noch mal gesprochen haben und das haben so ein bisschen Revue passieren lassen, war eigentlich krass:
00:44:08: Marie: Warum sind wir eigentlich da geblieben, warum sind wir nicht irgendwo anders hingegangen?
00:44:15: Marie: Also ich weiß auch nicht so.
00:44:18: Marie: Das war ja auch mit den anderen und meinen Kindern, und jeder hat sich irgendwie unwohl gefühlt, und keiner hat dann richtig offen darüber geredet.
00:44:27: Marie: Menschen, denen ich davon erzählt habe, die fanden es natürlich mega krass:
00:44:32: Marie: Wie gruselig, was für ein krasses Erlebnis und so weiter. Und das wurde mir dann auch erst hinterher [klar], je öfter ich diese Story erzähle — auch wenn ich jetzt hier mit dir spreche und da noch mal darüber erzähle.
00:44:44: Marie: Ich habe zwischendurch echt eine Gänsehaut bekommen, weil ich noch mal genau in dieses Gefühl reingegangen bin, und es war echt nicht gut.
00:44:52: Marie: Und ich frage mich wirklich, was dort vielleicht passiert sein könnte, warum da so eine schlechte Energie ist in diesem Haus.
00:45:01: Marie: In dieser Wohnung?
00:45:05: Marie: [Ich habe es ja jetzt hier immer] schlechte Energie oder negative Energie genannt.
00:45:08: Marie: Also es ist auf jeden Fall irgendetwas, was dort passiert ist.
00:45:13: Marie: Oder ich habe auch schon gedacht, ob es vielleicht auch irgendeinen Gegenstand gab, weil das war so sehr mit Masken und diese Giraffe, holzgeschnitzte Figuren und so weiter.
00:45:25: Marie: Ob da vielleicht irgendwie eine Art verfluchter Gegenstand war, oder ob in diesem Haus, entweder in der Wohnung über uns oder auch in der Wohnung, vielleicht irgendetwas Schlimmes passiert ist.
00:45:42: Marie: Bisher habe ich schon von solchen Geschichten gehört, und ich nehme die auch ernst, denke auch, dass es so was wirklich gibt.
00:45:52: Marie: Aber dadurch, dass ich selber noch nie damit in Verbindung gekommen bin, war das immer so ein bisschen weit weg.
00:45:58: Marie: Und das war jetzt auch nicht irgendein Thema, was irgendwie besonders präsent ist in meinem Leben oder so, dass ich mich da besonders für interessiere oder so was.
00:46:08: Marie: Aber was für mich wirklich so krass war, das:
00:46:12: Marie: Während all das passiert, hat man so ein bestimmtes Gefühl und weiß so —
00:46:16: Marie: nee, irgendwas stimmt hier nicht und so.
00:46:19: Marie: Aber wenn ich jetzt im Nachhinein darüber spreche, finde ich es so krass, und ich weiß gar nicht, wenn ich noch mal in so eine ähnliche Situation geraten würde,
00:46:28: Marie: wie ich da reagieren sollte. Weil wir sind ja alle noch relativ cool geblieben.
00:46:33: Marie: Also wir haben das ja so mehr oder weniger zwar registriert, aber haben ja nicht gehandelt, sondern haben das so über uns ergehen lassen sozusagen, was dort war.
00:46:44: Marie: Und als wir dann alle darüber gesprochen hatten, haben wir dann den Entschluss gefasst, dass wir nur noch zusammen in einem Raum schlafen, damit es uns irgendwie besser geht oder damit wir alles besser unter, in Anführungsstrichen, Kontrolle haben.
00:47:00: Marie: Als der Urlaub zu Ende war und als wir dann unsere Sachen gepackt haben am letzten Tag
00:47:05: Marie: und so weiter,
00:47:06: Marie: da war die Stimmung eigentlich ganz gut und gelöst.
00:47:10: Marie: Wir haben natürlich auch so Scherze gemacht: endlich weg von hier und so — obwohl wir den Urlaub ja schon auch genossen haben. Obwohl das da schon auch sehr präsent war, ich weiß gar nicht.
00:47:21: Marie: Aber was auch noch war:
00:47:23: Marie: Wir hatten dann wieder Kontakt zu der Frau, die … wir mussten ja den Schlüssel übergeben, und es war genauso wie, als sie kam.
00:47:34: Marie: Sie hat gesagt, wir treffen uns vor dem Haus.
00:47:37: Marie: Sie ist also nicht in die Wohnung gekommen — auch da wieder: Vielleicht macht man einen kurzen Rundgang, ob alles okay ist, ob nichts kaputtgegangen ist oder was weiß ich was.
00:47:45: Marie: Sie kam wieder mit dem Taxi, kam nur so wie rausgesprungen.
00:47:49: Marie: Wir haben ihr den Schlüssel gegeben, und sie ist wieder abgefahren.
00:47:51: Marie: Also als hätte sie … Also sie hat auch nicht gefragt:
00:47:55: Marie: Ich hoffe, ihr hattet einen schönen Aufenthalt, oder so.
00:47:57: Marie: Das war so wie: Hallo, da bin ich, und schon bin ich wieder weg.
00:48:00: Marie: Also irgendwie auch merkwürdig.
00:48:05: Marie: Ich hatte nicht die Idee, sie dann noch etwas darüber zu fragen. Aber nachdem sie wieder nur kurz da war und nicht viel mit uns gesprochen hat und wir dann auch im Taxi saßen zum Flughafen, haben wir darüber auch gesprochen.
00:48:22: Marie: Also wie komisch.
00:48:24: Marie: Und auch wie krass, dass sie uns gar nicht fragt, wie der Aufenthalt war, und dass die so schnell weg ist und auch gar nicht diese Wohnung … Sie hatte ja im Prinzip nicht einmal diese Wohnung betreten.
00:48:52: Marie: Wirklich verändert hat mein Glaube an so paranormale Sachen sich nicht.
00:48:58: Marie: Also ich … wie gesagt, dadurch, dass das auch das erste Mal ist, dass ich mit so was in Verbindung gekommen bin und es am eigenen Leib gespürt habe,
00:49:13: Marie: würde ich vielleicht Menschen oder Geschichten, die ich höre, mehr Glauben schenken als vorher. Aber es war jetzt nicht so —
00:49:19: Marie: also wenn ich solche Stories gehört habe, hab ich schon immer gedacht: Ja klar, da gibt's irgendwas anderes noch, und irgendwas Übernatürliches oder aus einer anderen Welt oder andere Energien, wie auch immer.
00:49:36: Marie: Also eine richtige Erklärung gibt es im Prinzip für mich gar nicht.
00:49:40: Marie: Ich glaube das Einzige: dass da irgendeine andere Energie unterwegs war, die kein Bock hatte, dass wir dort sind.
00:49:49: Marie: Also jeder von uns hat sich komisch gefühlt, und einige waren ja dann noch durch ganz bestimmte Ereignisse betroffen.
00:49:57: Marie: So, dann frage ich mich, warum denn genau die Leute das bekommen haben und nicht ich, keine Ahnung.
00:50:08: Marie: Also in meiner Kindheit oder meiner Jugend haben mich schon immer so Geistergeschichten oder so übernatürliche Dinge — haben mich schon irgendwie immer mega interessiert.
00:50:19: Marie: Ich weiß nicht so.
00:50:19: Marie: Als Kind hatten wir auch ein paar Bücher, wo dann auch Bilder waren oder irgendwelche Geschichten drinstanden und so weiter.
00:50:31: Marie: [Mit] Freundinnen und Freunden haben wir uns gerne so gruselige Geschichten erzählt.
00:50:37: Marie: Meine Oma zum Beispiel hat auch die eine oder andere krasse Story aus ihrem Leben erzählt. Das waren schon so Familiengeschichten, und da war klar so:
00:50:49: Marie: Oma lügt uns nicht an.
00:50:51: Marie: Also wenn sie das erzählt, dann hat sie das wirklich so erlebt.
00:50:54: Marie: Und die hatte so eine Story: Nämlich kurz bevor mein Opa gestorben ist, hat sie in ihrer Wohnung immer einen Schatten gesehen.
00:51:04: Marie: Und das war ein Mann mit Hut, der gebeugt gelaufen ist. Und wenige Tage später oder vielleicht eine Woche oder so später, nachdem sie immer wieder diesen Schatten in der Wohnung gesehen hat, ist mein Opa dann halt verstorben.
00:51:37: Marie: Jedes Mal, wenn wir jetzt irgendwie noch [nach] Unterkünften in Portugal geguckt haben — weil, also, in dieses [Haus] kriegen uns keine zehn Pferde mehr rein.
00:51:47: Marie: Da gehen wir nicht mal hin.
00:52:02: Florian: Wie geht's?
00:52:02: Marie: Na gut, und dir?
00:52:05: Florian: Auch bestens.
00:52:11: Marie: Schön.
00:52:12: Florian: Ich habe dir versprochen, dass ich recherchiere.
00:52:17: Florian: Das habe ich gestern gemacht.
00:52:19: Florian: Und …
00:52:20: Florian: Und ich lese dir jetzt einfach mal vor, was dabei rausgekommen ist, und du hörst das jetzt genauso zum allerersten Mal wie alle anderen.
00:52:31: Marie: Ja, richtig.
00:52:32: Marie: Gott, ich bin gespannt.
00:52:34: Florian: Okay. Erstens: Ich habe das Haus gefunden.
00:52:38: Florian: Also über das Inserat, das öffentliche portugiesische Tourismusregister und ein Detail, das du mir selbst erzählt hast: das Restaurant im Erdgeschoss.
00:52:52: Florian: Das passt alles zusammen.
00:52:53: Florian: Das Haus steht an der alten Hafenpromenade von Olhão, direkt gegenüber den Markthallen.
00:53:00: Florian: Die sind übrigens über hundert Jahre alt und wurden damals buchstäblich ins Wasser gebaut.
00:53:06: Florian: Jede der beiden Hallen steht auf 88 Pfählen in der Lagune.
00:53:10: Marie: Okay, das wusste ich auch noch nicht.
00:53:13: Florian: Zweitens, und das fand ich schon seltsam: In eurem Inserat steht eine offizielle Registrierungsnummer. Und die habe ich im staatlichen Register gesucht — und die existiert nicht.
00:53:29: Florian: Das kann sein, dass es nur ein Tippfehler der Vermieterin ist. Aber gefunden habe ich unter dieser Nummer
00:53:35: Florian: gar nichts.
00:53:36: Marie: Ja?
00:53:39: Florian: Und dann habe ich ein bisschen tiefer gegraben und bin auf die Legenden von Olhão gestoßen. Jetzt wird es ein bisschen spooky.
00:53:49: Marie: Okay.
00:53:51: Florian: Olhão hat eine eigene Geistergeschichte, und zwar Floripes — eine verzauberte Maurin, die der Legende nach jede Nacht durch die Stadt wandert.
00:54:03: Florian: Sie erschien um Mitternacht als schöne Frau, ganz in Weiß, am Fenster eines Hauses, und die Leute trauten sich nachts nicht daran vorbei.
00:54:13: Florian: Der Ort, wo sie erschienen ist, ist dieselbe Straße wie euer Airbnb.
00:54:26: Florian: Das Viertel direkt hinter dem Haus, wo ihr wart, heißt Barreta, richtig?
00:54:31: Marie: Ja.
00:54:33: Florian: Das ist der älteste Teil von Olhão.
00:54:35: Florian: Und dort erzählt man sich noch eine zweite Legende: von einem Kind mit großen schwarzen Augen, das den Fischern nachts auf den Gassen erschienen ist.
00:54:47: Florian: Also ein Kind, nachts, draußen auf der Gasse. Und da musste ich irgendwie kurz an [NAME] denken, wie sie mitten in der Nacht an der geöffneten Wohnungstür stand. An einer Tür mit Sicherheitsschloss, Riegel und Kette, die sie im Wachzustand auch echt schwer aufbekommen hätte.
00:55:06: Marie: Ja.
00:55:06: Florian: Und dann habe ich noch was gefunden.
00:55:11: Florian: Im portugiesischen Volksglauben gibt es eine Figur namens Fradinho da Mão Furada. Und bis ins zwanzigste Jahrhundert haben die Menschen in Portugal die Schlafparalyse ihm zugeschrieben.
00:55:26: Marie: Echt
00:55:27: Marie: jetzt?
00:55:28: Marie: Echt jetzt? Krass. Ja.
00:55:32: Florian: Es war ein kleines Wesen mit roter Kappe, das sich nachts auf die Brust der Schlafenden setzt, Gegenstände im Haus bewegt, Dinge hin und her räumt … Und weißt du, wie der Überlieferung nach dieses Wesen in die Schlafzimmer kommt?
00:55:49: Marie: Will ich das
00:55:49: Marie: wissen?
00:55:50: Florian: Durchs Türschloss.
00:55:52: Marie: Ja, krass.
00:55:58: Marie: Ich würde
00:55:58: Marie: sagen …
00:56:02: Marie: Wir wurden besucht.
00:56:05: Marie: Aber ist ja schon heftig.
00:56:07: Florian: Ja, also das sind anscheinend alles irgendwie Phänomene, die im Umkreis relativ bekannt sind und dort auch über Überlieferungen weitererzählt wurden.
00:56:21: Marie: Ja, okay. Gut, irgendwie bin ich …
00:56:27: Marie: Aber was heißt erleichtert — mehr oder weniger, dass jetzt nichts [Konkretes kam]. Wobei natürlich diese Eingrenzung, dass es die [Legenden] in der Straße und auch in diesem Viertel [gibt], solche Dinge passiert sein sollen — ist jetzt wieder so: okay.
00:56:50: Marie: Also die Frau ist halt quasi an den Fenstern erschienen, und wir wissen nicht genau, in welchem Haus.
00:56:54: Marie: Also es hätte überall sein können.
00:56:57: Marie: Ich muss am Ende des Tages sagen: Wer weiß, wie viel wirklich an diesen Sagen dran ist.
00:57:01: Marie: Aber es ist tatsächlich halt eine der Überlieferungen.
00:57:04: Marie: Ja, also lustig auf jeden Fall irgendwie, dass du überhaupt etwas dazu gefunden hast, was dann irgendwie auch teilweise passend ist. Wobei: Wir haben ja keine Erscheinung oder so was gesehen.
00:57:19: Marie: Das war eher ein Gefühl und die Geräusche, die wir gehört haben.
00:57:24: Florian: Ja, wer weiß.
00:57:25: Florian: Vielleicht, wenn ihr noch ein paar Tage länger geblieben wärt …
00:57:29: Marie: Wäre es dann noch dazu gekommen?
00:57:31: Marie: Ja, krass.
00:57:33: Florian: Nein, aber ich glaube, jetzt haben wir so eine schöne Konklusion für das Ganze. Und ist ja auch total okay:
00:57:39: Florian: Manchmal erlebt man irgendwas oder hat so ein Gefühl dabei. Aber es ist spannend, dass ihr alle auf jeden Fall irgendwie das Gleiche erlebt habt. Und jeder hat das Phänomen bei sich anders gespürt oder anders wahrgenommen.
00:57:53: Marie: Ja, aber schon jeder irgendwie nicht so als angenehm.
00:57:57: Marie: Und dann fand ich halt auch so krass, dass wir erst, sozusagen als der Urlaub vorbei ist, erst so richtig offen darüber geredet haben. Weil jeder hat es ja irgendwie so gespürt.
00:58:09: Marie: Aber als wir dann weg waren, ging's halt gar nicht mehr.
00:58:12: Marie: Dann waren alle so: Oh Gott, krass.
00:58:16: Marie: Ja, ich bin gespannt.
00:58:17: Marie: Vielleicht hast du mal die Gelegenheit und kannst den anderen noch von der Recherche erzählen?
00:58:21: Marie: Dann bin ich gespannt, was vielleicht noch rauskommt.
00:58:24: Marie: Also … ob die Leute ja tatsächlich irgendwie noch mehr erlebt haben und das noch nicht preisgegeben haben. Aber ich finde es auf jeden Fall irgendwie einen schönen runden Abschluss für deine Story.
00:58:52: Florian: [Danke an Marie,] dass sie uns diese Geschichte aus ihrem Urlaub erzählt hat.
00:58:57: Florian: Ich fand sie persönlich wirklich sehr, sehr spannend. Und ich freue mich jetzt schon auf die nächste Episode.
00:59:06: Florian: Unser Podcast ist noch jung, wir freuen uns total über eure Unterstützung.
00:59:11: Florian: Wenn ihr wollt, dass wir weiter wachsen und mehr Geschichten recherchieren und für euch aufbereiten, dann folgt unserem Channel auf der Plattform, auf der ihr Podcasts hört.
00:59:23: Florian: Wir würden uns wahnsinnig freuen, wenn ihr uns eine Fünf-Sterne-Bewertung dalasst und einen kleinen Kommentar zum Podcast schreibt.
00:59:32: Florian: Das hilft natürlich sehr, gerade in der Anfangsphase.
00:59:38: Florian: Wir hören uns
00:59:39: Florian: bald wieder mit der nächsten Episode bei 333.
00:59:45: Florian: Und wenn ihr selber eine Geschichte zu erzählen habt, teilt sie gerne mit uns.
00:59:49: Florian: In der Episodenbeschreibung und in der Bio des Podcasts findet ihr einen Link, auf dem ihr eure persönliche Erfahrung teilen könnt.
00:59:59: Florian: Bis zum nächsten Mal bei 333.
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