Episode 02 — Stille Übereinkunft
Shownotes
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333 ist ein Podcast über paranormale Erlebnisse — erzählt von den Menschen, denen sie passiert sind. Neue Folgen alle zwei Wochen, überall wo es Podcasts gibt.
Host und Produktion: Florian Kowatz. Eine Produktion von KR8 bureau, Wien.
Transkript anzeigen
00:00:09: Florian: Hallo und herzlich willkommen bei 333 — Paranormale Erlebnisse.
00:00:17: Florian: Mein Name ist Florian Kowatz, und hier erzählen Menschen von Erfahrungen, die sie sich bis heute nicht ganz erklären können.
00:00:26: Florian: Ich höre zu, ich frage nach und versuche danach herauszufinden, was sich davon einordnen lässt. Nicht um etwas unbedingt paranormal zu machen, aber auch nicht, um es reflexartig wegzuerklären.
00:00:40: Florian: Wenn euch selbst schon mal etwas passiert ist, das ihr euch bis heute nicht erklären könnt, könnt ihr mir eure Geschichte erzählen.
00:00:47: Florian: Den Link zum Fragebogen findet ihr in der Beschreibung dieser Episode und in der Bio des Podcasts.
00:00:53: Florian: Kurzer Hinweis vorab: In dieser Episode geht es unter anderem um Suizid und den Tod nahestehender Menschen.
00:01:02: Florian: Wenn ihr mit diesen Themen nicht gut klarkommt, dann überspringt diese Episode oder hört sie zusammen mit einer Freundin, einem Freund oder einem Familienmitglied an.
00:01:11: Florian: Heute hören wir von Moni.
00:01:13: Florian: Moni lebt in Taiwan und hat ihre Träume lange vor allem als etwas Psychologisches verstanden, als Dinge, die unser eigenes Unterbewusstsein produziert.
00:01:22: Florian: Dann hatte sie jedoch einige Träume, bei denen diese Erklärung für sie plötzlich nicht mehr ganz ausgereicht hat. Und irgendwann begann sie sich zu fragen, ob ein Traum manchmal vielleicht mehr sein kann als nur ein Traum.
00:01:36: Florian: Den Rest erzählt sie am besten selbst.
00:01:38: Florian: Ihr hört Episode II von 333: Stille Übereinkunft.
00:02:25: Moni: Hallo, ich bin Monika und habe in Heidelberg Philosophie, Germanistik und Sinologie studiert.
00:02:31: Moni: Bin dann irgendwann während meines Studiums nach Taiwan gekommen, für ein Auslandsjahr, und bin mittlerweile Übersetzerin und Gymnasiallehrerin an einem Berliner Gymnasium.
00:02:43: Moni: Aktuell lebe ich allerdings in Taiwan, mit meinen beiden Töchtern, die hier auf die Schule gehen und Chinesisch lernen sollen.
00:02:52: Moni: Das Leben in Taiwan ist aktuell bei mir sehr geprägt davon,
00:02:56: Moni: dass ich meine Töchter in der Schule begleite.
00:02:58: Moni: Die haben von morgens bis mittags Unterricht und müssen dann auch bei den Hausaufgaben häufig betreut werden,
00:03:04: Moni: oder ich muss einfach hinterher sein mit all den Nachrichten, die uns die Lehrkräfte so schicken, und was sonst noch so ansteht im Schulalltag.
00:03:11: Moni: Und ansonsten bin ich viel in Cafés, um zu übersetzen.
00:03:14: Moni: Aktuell pausiere ich gerade mit dem Unterrichten und konzentriere mich voll und ganz auf meine Übersetzungstätigkeit.
00:03:21: Moni: Das Angenehme ist, dass die Schule super nah dran ist. Also wir haben keine langen Fahrtwege, so wie in Berlin zur Schule oder zur Kita.
00:03:27: Moni: Sondern die können einfach über die Straße, und dann sind wir schon da.
00:03:29: Moni: Das ist super praktisch, und so kann ich das Leben hier in den Cafés genießen, wo ich dann gemütlich sitze und meine Übersetzungen mache.
00:03:36: Moni: Und was auch toll ist, dass wir eigentlich jederzeit hier in die Natur können. Also Taipeh liegt ja in so einem Kessel sozusagen, umgeben von lauter Bergen.
00:03:44: Moni: Das heißt, wenn ich mal ein bisschen frische Luft brauche und ein bisschen Grün sehen will, bin ich in fünf Minuten schon in einem kleinen Urwald.
00:03:50: Moni: Das finde ich ganz, ganz toll.
00:03:54: Moni: Der größte Unterschied zwischen einem Leben in Deutschland und in Taiwan ist definitiv das Wetter, würde ich sagen.
00:03:59: Moni: Also man unterschätzt immer, wie sehr wir beeinflusst werden vom Klima.
00:04:03: Moni: Hier ist es sehr feucht und sehr heiß, und ich finde, das prägt auch so den ganzen Lebensstil der Menschen, dass man erst abends, also erst relativ spät anfängt.
00:04:14: Moni: Der Tag geht relativ spät los — natürlich nicht in der Schule, die müssen früh raus, aber ansonsten fängt man eher später an und arbeitet bis tief in die Nacht, oder ist bis tief in die Nacht aktiv.
00:04:24: Moni: Deswegen auch die ganzen Nachtmärkte, die hier sehr beliebt sind.
00:04:28: Moni: Ja, das verschiebt sich einfach so ein bisschen.
00:04:29: Moni: Einfach weil es tagsüber so heiß ist, dass man sich ohne Klimaanlage kaum außerhalb des Hauses aufhalten kann.
00:04:37: Moni: Wobei es aktuell gerade sehr angenehm ist.
00:04:39: Moni: Gerade sind es eher so deutsche, sommerliche Temperaturen, die wir haben.
00:04:42: Moni: Aber ich habe immer das Gefühl, dass das doch etwas ist, was sehr die Kultur und die Lebensweise von Menschen prägt, dieses Klima. Und darauf bauen dann häufig auch, finde ich, religiöse Praktiken oder so etwas auf. Oder wir kommen vielleicht später noch darauf zu sprechen — auch Geistererzählungen, die in einem sehr feuchten, nebligen Klima vielleicht eher gedeihen als bei uns im trockenen Deutschland.
00:05:10: Moni: Zum ersten Mal — da kannte ich nur Chiang Kai-shek und Bubble Tea, und war dann total überrascht, als ich hier ankam, wirklich so ein ganz kleines Land vorzufinden, das gerade mal so groß ist wie Baden-Württemberg, aber unglaublich vielfältig.
00:05:22: Moni: Also man hat eine riesige Bergkette in der Mitte der Insel, wunderschöne Strände am Rand der Insel, unglaublich vielfältig von der Natur her — und gleichzeitig hochmoderne Städte.
00:05:36: Moni: Also es ist wirklich ein hochmodernisierter Staat. Die Metros fahren hier ohne Fahrer, das ist alles automatisiert, und auch sonst ist alles unglaublich effektiv und gut durchdacht.
00:05:49: Moni: Man hat zum Beispiel so eine EasyCard, die man aufladen kann, mit der man in Geschäften bezahlen kann, die Metro, die ganzen öffentlichen Verkehrsmittel und so weiter.
00:05:59: Moni: Das ist wirklich ganz toll durchdacht, und man legt hier sehr viel Wert auf Bequemlichkeit, würde ich sagen.
00:06:05: Moni: Auf Effizienz und einfach so ein gemütliches, genießerisches Lebensgefühl.
00:06:11: Moni: Also Essen ist auch unglaublich wichtig.
00:06:12: Moni: Deswegen die Nachtmärkte.
00:06:13: Moni: Man redet auch sehr viel über das Essen. Und ja, also so würde ich mir das vorstellen.
00:06:19: Moni: Außerdem ist es auf den Straßen sehr geprägt von einer Tempelkultur.
00:06:22: Moni: Es gibt hier wunderschöne, ganz tolle Tempel — dadurch, dass es viele Migrationswellen aus China gab, die dann hier so eine gewisse Geisterkultur lebendig gehalten haben, was dann während der Kulturrevolution in China zerstört wurde.
00:06:38: Moni: Das kann man hier sozusagen noch sehr schön erleben.
00:06:41: Moni: Gleichzeitig ist Taiwan natürlich auch durch die lange Kolonialherrschaft Japans geprägt.
00:06:47: Moni: Also gerade in der Architektur kann man viel japanische Architektur sehen.
00:06:51: Moni: Und dann ist es natürlich ein freier Staat, insofern als das Internet frei ist.
00:06:56: Moni: Man blickt sehr stark nach Amerika, da ist auch ein großer Einfluss.
00:07:01: Moni: Also es ist ein ganz spannender, bunter Mix.
00:07:03: Moni: Es wird zwar Chinesisch gesprochen, aber noch viele andere Sprachen auch.
00:07:07: Moni: Also Taiwanisch, Hakka. Und Englisch wird auch zunehmend wichtiger.
00:07:12: Moni: Also es ist ein Land, wo unglaublich viel los ist, ganz quirlig, und gleichzeitig doch auch irgendwie eine gewisse Entspannung hat, finde ich.
00:07:20: Moni: Ja, also ich wollte tatsächlich von meinen Träumen erzählen.
00:07:25: Moni: Ich habe irgendwann festgestellt, dass meine Träume — ja, ich habe sie immer für etwas gehalten, was sozusagen ein Produkt von meinem Unbewussten ist, in irgendeiner Form, und habe dann aber irgendwann festgestellt, dass da doch mehr dahinterstecken könnte.
00:07:39: Moni: Und sehe sie mittlerweile auch ein bisschen anders, auch durch meine Auseinandersetzung mit der taiwanischen Geisterkultur, der ich sehr viel begegnet bin — jetzt nicht nur hier im Alltag in Taiwan, sondern auch durch die Literatur, die ich übersetzt habe.
00:07:52: Moni: Ja, da hat sich so ein Wandel bei mir vollzogen, dass ich mich immer intensiver und eingehender mit meinen Träumen beschäftige, wenn ich denn träume, ohne dass ich das jetzt irgendwie überbewerten wollen würde.
00:08:02: Moni: Aber ich habe auch festgestellt, im Gespräch mit anderen, dass es teilweise ganz hilfreich sein kann, sich genauer anzuschauen, was man träumt.
00:08:09: Moni: Warum man das träumt, und ob es wirklich einfach nur ein Produkt der eigenen — ja, ich will nicht sagen Fantasie, aber des eigenen Geistes ist. Oder ob man da nicht möglicherweise doch mit anderen in irgendeiner Form interagiert.
00:08:19: Moni: Also früher war ich tatsächlich der Meinung, das ist etwas rein Psychologisches, und davon bin ich aber mittlerweile schon ein bisschen abgekommen.
00:08:27: Moni: Ich kann vielleicht mal von einem der einprägsamsten Träume erzählen, an die ich mich so erinnern kann, die wirklich sehr einschneidend waren: als sich ein Freund von mir umgebracht hat, 2007, aus der Oberstufenzeit.
00:08:41: Moni: Wir kannten uns durch die Oberstufe, wir hatten die gleichen Leistungskurse zusammen, und ein paar Jahre nach dem Abitur hat er sich umgebracht.
00:08:49: Moni: Das hat mich natürlich sehr schockiert, verständlicherweise.
00:08:52: Moni: Wir waren gut befreundet und hatten eine freundschaftliche Beziehung,
00:08:57: Moni: bei der wir gar nicht mal so viel miteinander geredet haben. Aber es war immer eine gewisse — also im Chinesischen gibt es da auch einen Ausdruck für, das nennt sich Moqi.
00:09:03: Moni: So eine stille Übereinkunft in gewissen Dingen, die wir hatten.
00:09:07: Moni: Also er kam dann häufig zu mir und hat gemeint: Ja, siehst du das auch so?
00:09:09: Moni: Oder: Ich wollte nur mal checken, ob du auch der Meinung bist.
00:09:12: Moni: Oder: Findest du den auch so blöd?
00:09:14: Moni: Also es war eher so eine Art — und ohne dass wir uns besonders viel unterhalten hätten.
00:09:17: Moni: Das war immer so:
00:09:18: Moni: Ich will nur mal abchecken, ob du das genauso siehst wie ich.
00:09:21: Moni: Und diese Art von Verbindung hatten wir.
00:09:24: Moni: Und dann, als er sich 2007 umgebracht hat, hatte ich an Ostern darauf bei meinen Großeltern in Ungarn — das weiß ich noch ganz genau —
00:09:33: Moni: an Ostern einen Traum, dass er mir im Traum erschienen ist und ich das Gefühl hatte, seine Seele will sich mit meiner verbinden.
00:09:43: Moni: Das war wirklich seltsam.
00:09:44: Moni: Es war in keiner Form sexuell oder so, es war wirklich rein geistig. Also ich habe ihn so vor mir gesehen, sein Kopf will eindringen in meinen Kopf.
00:10:01: Moni: Und er meinte so zu mir im Traum: Naja, du bist doch — wir sind doch gleich, wir sind doch aus dem gleichen Holz geschnitzt, komm doch auch. Und ich habe das damals abgewehrt.
00:10:12: Moni: Ich habe gesagt: Nein.
00:10:13: Moni: Ich bin nicht so wie du, und ich werde auch nicht deinen Weg gehen.
00:10:15: Moni: Ich möchte das nicht.
00:10:16: Moni: Also ich war sehr bestimmt in meiner Haltung. Und habe das damals dann, als ich aufgewacht bin, als wirklich sehr intensiven Traum empfunden.
00:10:26: Moni: Und das natürlich auf so eine posttraumatische Belastungsstörung geschoben, damit sozusagen abgetan, und habe das auch mit einer Psychologin besprochen. Und hatte aber immer wieder das Gefühl, dass er in manchen Momenten einfach nah ist, in irgendeiner Form.
00:10:46: Moni: Es war schon mehr als einfach so ein Traum.
00:10:48: Moni: Also es war sehr, sehr intensiv.
00:10:52: Moni: Da war ich wirklich rein auf diesem Psychologischen. Ja, das habe ich einfach nicht —
00:10:58: Moni: Das war ein Riesenschock für mich und natürlich auch für viele andere.
00:11:02: Moni: Und vielleicht gerade dadurch, dass man auch gar nicht so eine extrem enge Beziehung hatte, ist da dann immer viel Projektionsfläche da, und so, dass es einem im Unbewussten besonders hochkommt.
00:11:11: Moni: Ich habe das auch immer so abgetan und mich sehr dagegen gewehrt.
00:11:16: Moni: Wobei ich damals schon interessant fand, was die Psychologin zu mir meinte: dass ich mich gar nicht so dagegen wehren soll, sondern eher schauen soll, was er von mir möchte.
00:11:25: Moni: Also das ging dann irgendwie — dass sie sich sozusagen auch schon in so eine Art, ja, in so eine Theorie eingearbeitet hat und meinte: Ja, man muss schauen, was er eigentlich will von ihm. Und dass man das eventuell dann in irgendeiner Form durch ein Ritual auflöst, diese Nähe sozusagen. Oder selbst wenn da eine Nähe ist, dass die keine Macht gewinnt.
00:11:47: Moni: Also darum ging es eigentlich.
00:11:50: Moni: Also das war kein Traum wie jeder andere, würde ich sagen.
00:11:53: Moni: Das war schon ein Traum von einer besonderen Qualität, insofern als dass ich das Gefühl hatte, da kommt wirklich etwas von außen auf mich zu und möchte sich mit mir verbinden.
00:12:03: Moni: Also das war sozusagen — auch wenn ich mir das dann unbedingt so erklären wollte, dass ich das selbst in irgendeiner Form produziert hatte, hat sich das schon in dem Moment eher angefühlt wie irgendetwas, was von außen kommt und Macht über mich gewinnen möchte, in irgendeiner Form.
00:12:18: Moni: Und was auch gar nicht zu mir gehört. Also ich habe das ja dann sozusagen auch sehr stark abgelehnt.
00:12:22: Moni: Ich habe gesagt: Ich will das nicht.
00:12:24: Moni: Das war dein Weg, das bist du — und ich bin ich. Und es war so eine ganz klare Abgrenzung, die ich da wollte.
00:12:30: Moni: Gleichzeitig habe ich aber gespürt, dass da irgendwie in irgendeiner Form etwas ist.
00:12:38: Florian: Hat es sich für dich negativ oder vielleicht invasiv angefühlt?
00:12:41: Florian: Oder konntest du irgendwie emotional nachvollziehen, warum das passiert ist?
00:12:45: Florian: Von seiner Seite her.
00:12:47: Moni: Invasiv hat es sich auf jeden Fall angefühlt, aber nicht negativ.
00:12:50: Moni: Ich hatte auch keine Angst oder so.
00:12:52: Moni: Also es war auch gar nicht mal unangenehm.
00:12:54: Moni: Ich hatte Verständnis dafür, dass er damit ankommt und diese Verbindung vielleicht über den Tod hinweg irgendwie aufrechterhalten möchte, in irgendeiner Form.
00:13:04: Moni: Dafür hatte ich Verständnis.
00:13:05: Moni: Also das war jetzt nicht in irgendeiner Form so, dass ich das Gefühl hatte, ich habe Angst. Es war eher so, dass ich für mich klarmachen musste, was ich eigentlich möchte und was ich nicht möchte.
00:13:18: Moni: Ich habe mich nicht für seine Intention interessiert, warum er das genau will.
00:13:22: Moni: Das war eher die Psychologin, die mich darauf gebracht hat.
00:13:25: Moni: Die dann gesagt hat: Schauen Sie doch mal genauer hin, was da eigentlich ist, was er vielleicht wollen könnte, und dass man in irgendeiner Form ein Ritual macht, um das aufzuheben sozusagen.
00:13:38: Moni: Ich war da eher sofort auf Abwehrhaltung.
00:13:40: Moni: Nein, ich will das nicht.
00:13:44: Moni: Ich habe im Endeffekt nichts daraus gemacht.
00:13:45: Moni: Ich habe dann irgendwann eine Situation gehabt, wo ich das Gefühl hatte, da ist irgendwie —
00:13:50: Moni: Ich spüre so eine Art Friedlichkeit von ihm.
00:13:52: Moni: Also ich spüre, dass es in Ordnung ist für ihn, zu sehen, wie ich jetzt gerade lebe.
00:13:57: Moni: Er ist zufrieden damit.
00:13:59: Moni: Ich wusste, dass er es immer ziemlich cool findet, was ich so mache, dass ich immer ein bisschen anders bin, meinen eigenen Weg gehe.
00:14:05: Moni: Er selbst wollte immer schreiben, tatsächlich. Und das war dann auch für mich so ein Punkt, wo ich gesagt habe: Okay, vielleicht muss ich auch in irgendeiner Form irgendwas finden,
00:14:12: Moni: wo ich dann doch mehr schreibe.
00:14:14: Moni: Weil das auch ein bisschen die Entscheidung für mich war. Ich hatte auch mal überlegt, Journalistin zu werden.
00:14:18: Moni: Das war etwas, was er auch machen wollte.
00:14:21: Moni: Bin davon aber abgekommen und bin lieber Lehrerin geworden, weil ich das in irgendeiner Form stabiler fand und bodenständiger.
00:14:27: Moni: Vielleicht auch gerade deswegen, weil ich mich da auch abgrenzen wollte.
00:14:30: Moni: Aber dadurch, dass ich jetzt übersetze, schreibe ich auch wiederum. Und das ist auch wieder so eine Form, wo ich mich in andere Menschen einfühlen muss und sozusagen aus der Perspektive von anderen schreiben muss.
00:14:42: Moni: Und habe das Gefühl: Das passt ihm ganz gut vielleicht, das gefällt ihm ganz gut.
00:14:47: Moni: Und dann ärgert er mich nicht weiter, nervt mich nicht weiter.
00:14:52: Moni: Er ist viele Jahre später, und zwar vor Kurzem — ich glaube, vor einem Dreivierteljahr oder so — tatsächlich nochmal erschienen.
00:14:57: Moni: Auch in einer ganz absurden Situation eigentlich.
00:15:00: Moni: Und zwar waren wir wieder zusammen mit anderen Mitschülerinnen und Mitschülern aus der Oberstufe.
00:15:07: Moni: Er saß auf dem Schoß von einer Mitschülerin und hatte eine Narbe am Hals.
00:15:13: Moni: Also, man muss sagen, er hat bei seinem Selbstmord — ich weiß es nicht genau.
00:15:18: Moni: Ich habe auch, glaube ich, nie genau nachgefragt, aber so wie ich das bei mir abgespeichert habe — kann auch sein, dass es falsch war — hat sich sein Kopf vom Hals gelöst.
00:15:26: Moni: Und der war wieder angenäht. Und er meinte dann zu uns, er möchte jetzt hier gar nicht so sehr diese Beziehungen aufbauen.
00:15:35: Moni: Weil das eine neue Technik sei, mit der man aus dem Jenseits zurückkommen könnte, und dadurch, dass das aber noch nicht ausgetestet sei, wollte er uns auch nichts versprechen.
00:15:46: Moni: Er wollte uns nicht zu viel Hoffnung machen, und deswegen wollte er jetzt nicht so intensive Beziehungen hier in irgendeiner Form eingehen.
00:15:53: Moni: Aber er war eigentlich sonst so wie immer damals.
00:15:56: Moni: Ja, also er war wieder da, mit dieser Wunde am Hals sozusagen, wo dann ersichtlich war, dass man ihn wieder zusammengenäht und zurück zu uns geschickt hatte.
00:16:06: Moni: Ja, ich weiß.
00:16:06: Moni: Das hört sich, glaube ich, von außen gruseliger an, als wenn man da mittendrin ist und es so erlebt. Weil das fühlt sich eigentlich nur so natürlich an, muss ich sagen. Gar nicht mal so seltsam, glaube ich, wie jetzt, wenn ich darüber spreche.
00:16:19: Moni: Es gab noch einen anderen Traum. Also als mir dann wirklich bewusst geworden ist, dass meine Träume vielleicht doch mehr Bedeutung haben als irgendeine psychologische Komponente.
00:16:28: Moni: Da hatte ich einen Traum von einer ehemaligen Kommilitonin, mit der ich schon Jahre eigentlich überhaupt nichts mehr so großartig zu tun hatte.
00:16:35: Moni: Die hatte dann sogar auch irgendwann ihr Facebook gelöscht.
00:16:37: Moni: Das heißt, wir waren noch nicht mal sporadisch miteinander verbunden, sondern hatten eine gemeinsame Freundin, mit der wir beide sehr gut befreundet sind.
00:16:45: Moni: Es hat sich einfach verlaufen, diese Beziehung. Die war auch während des Studiums nicht besonders eng, sondern man mochte sich, man kannte sich, hat ab und zu was zusammen gemacht.
00:16:53: Moni: Eine Person, mit der ich wirklich nicht viel zu tun hatte — und von der habe ich dann plötzlich geträumt.
00:16:58: Moni: Ich habe geträumt, dass sie schwanger ist. Und habe daraufhin, weil dieser Traum irgendwie auch so absurd war —
00:17:10: Moni: Also dass ich plötzlich von einer Person träume, mit der ich gar nichts zu tun habe, und dann ausgerechnet das. Und habe dann unsere gemeinsame Freundin angerufen, oder ich habe ihr geschrieben und gemeint: Du, stell dir vor!
00:17:21: Moni: Ich habe gerade von der und der geträumt, dass sie schwanger ist. Und die meinte dann so: Sag mal, Moni, jetzt hör mal auf.
00:17:26: Moni: Die hat uns gerade heute Nachmittag gesagt, dass sie schwanger ist.
00:17:34: Moni: Das fand ich dann schon irgendwie krass.
00:17:36: Moni: Also dass das so geht — eine Person, mit der ich eigentlich kaum was am Hut hatte.
00:17:41: Moni: Und da habe ich dann wirklich angefangen, intensiver auf meine Träume zu achten und das auch mehr zu hinterfragen: was ich so träume und warum und wieso und woher das kommen könnte. Und hatte dann auch einen anderen Traum, der so ähnlich war. Mit einer Freundin, mit der ich auch sehr gut befreundet war während der Schulzeit, wir haben ganz viele Reisen zusammen gemacht, sie ist eine meiner besten Freundinnen überhaupt. Weil sie irgendwann gesagt hat — weil wir in unterschiedlichen Städten wohnen — dass sie keine Fernbeziehung mehr möchte, also auch nicht auf freundschaftlicher Ebene.
00:18:09: Moni: Dass wir uns gerne treffen können, wenn wir in der gleichen Stadt sind, aber dass sie den Kontakt über Messenger oder E-Mail und so weiter
00:18:18: Moni: eigentlich reduzieren möchte, weil sie es traurig macht, diese Sehnsucht nach den Freundschaften, die sie nicht vor Ort haben kann, und sie sich auf ihr Leben konzentrieren möchte, das sie vor Ort hat.
00:18:30: Moni: Was ich verstehen konnte — und gleichzeitig war ich traurig, weil ich mir natürlich irgendwie mal eine Nachricht oder so über WhatsApp gewünscht hätte, dass man es aufrechterhält.
00:18:39: Moni: Und war dann auch ziemlich enttäuscht, dass sie meinen Geburtstag vergessen hatte.
00:18:44: Moni: Also hat mir auch nicht zum Geburtstag gratuliert, und da dachte ich schon so: Naja.
00:18:48: Moni: Also wenigstens da hätte man ja schreiben können. Und hatte dann einen Traum.
00:18:52: Moni: Und von diesem Traum habe ich dann extra am nächsten Morgen noch meinem Mann erzählt, weil der war auch sehr einprägsam.
00:18:56: Moni: Ich habe geträumt, sie schreibt mir eine SMS, in der drinsteht: Oh Moni, es tut mir voll leid, ich habe deinen Geburtstag vergessen. Aber ich bin demnächst mal in Berlin.
00:19:05: Moni: Lass uns doch dann und dann treffen.
00:19:10: Moni: Und ich weiß, dass ich meinem Mann davon erzählt habe.
00:19:12: Moni: Weil das hat mich so berührt, und ich weiß auch, es hat mich beschäftigt, dass ich sie vermisst habe und mir gerade zum Geburtstag auch eine Nachricht gewünscht hätte.
00:19:19: Moni: Und zwei Wochen später bekomme ich exakt diese SMS auf mein Smartphone.
00:19:28: Moni: Bis heute denke ich: Hat mein Mann da vielleicht irgendwie was im Hintergrund geregelt?
00:19:31: Moni: Hat er aber wohl nicht.
00:19:33: Moni: Sondern es kam einfach so.
00:19:35: Moni: Da dachte ich dann auch wieder: Okay, also irgendwie — das war derselbe Wortlaut.
00:19:40: Moni: Der Wortlaut, wie ich ihn geträumt hatte, auch erst mal dieses: Oh, Entschuldigung.
00:19:43: Moni: Ich habe deinen Geburtstag verpasst, und demnächst bin ich mal da, lass uns mal treffen.
00:19:47: Florian: Glaubst du, dass du irgendwie hellseherische Fähigkeiten oder so etwas hast?
00:19:51: Moni: Ich kann das ehrlich gesagt nicht so einsetzen, so spontan oder so. Also seitdem ich das gemerkt habe, versuche ich es nicht mehr von mir wegzuschieben.
00:20:00: Moni: Und seitdem hat sich meine Einstellung dahingehend gewandelt, dass ich mehr darüber spreche und mehr darüber erzähle, was ich so für Träume habe oder solche Erlebnisse, weil ich glaube, dass es hilfreich sein kann, auch andere Menschen dafür zu öffnen.
00:20:13: Moni: Oder mal hinzuschauen, was man vielleicht erlebt, was man aber sofort verdrängt, weil es einfach nicht ins eigene Weltbild passt.
00:20:21: Florian: Wie häufig hast du solche Träume, circa?
00:20:24: Moni: Vielleicht so einmal im Jahr, alle halbe Jahre oder so.
00:20:28: Florian: Und hast du noch etwas anderes geträumt, wo du gesagt hast, das war irgendwie spooky, oder das hat sich bewahrheitet?
00:20:34: Moni: Also bewahrheitet nicht, aber ich hatte tatsächlich auch von meiner Patenkusine, die sich leider auch umgebracht hat —
00:20:39: Moni: da hatte ich den Traum, dass ich in das Haus zurückkehre, also in dem sie aufgewachsen ist oder wo auch noch bis heute ihre Familie lebt, und dass sie mich begrüßt.
00:20:48: Moni: Und wir sitzen alle so am Tisch und sind unglaublich traurig, weil einfach irgendwas ganz Schreckliches passiert ist.
00:20:53: Moni: Sie ist selbst auch traurig. Was so traurig war, was da passiert ist, war, dass sie sich umgebracht hat.
00:21:09: Moni: Das war das Schlimme sozusagen, das wir alle gemeinsam betrauert haben. Und da hatte ich dann auch das Gefühl, weil bis heute eigentlich davon auszugehen ist, dass das auch eine Impulshandlung gewesen sein könnte.
00:21:22: Florian: Also so etwas passiert dir tatsächlich öfter, oder?
00:21:26: Moni: Ja.
00:21:26: Moni: Und ich frage mich aber schon, ob das nicht vielleicht auch anderen Leuten häufiger passiert und man einfach nicht ausreichend dafür sensibilisiert ist.
00:21:34: Moni: Weil man das sofort wegschiebt.
00:21:35: Moni: Ich habe das auch lange Jahre gemacht, bis zu dem Punkt —
00:21:39: Moni: Das Ausschlaggebende war wirklich dieser Traum mit der Schwangerschaft. Also wo ich dann gesehen habe: Okay, wow, das ist ja irgendwie verrückt, dass ich jetzt das geträumt habe. Und vielleicht ist das ja doch mehr.
00:21:49: Moni: Und dann auch wirklich diese Geisterkultur hier in Taiwan zu sehen, wo man ganz natürlich davon ausgeht, dass die Verstorbenen in irgendeiner Form mit uns in Verbindung bleiben.
00:22:00: Moni: Das schlägt sich auch in der Literatur ganz viel nieder. Also "Am Fuße des Kavulungan" von Lung Ying-tai, da wird das auch aufgegriffen.
00:22:07: Moni: Das ist eine Geschichte von einem Geistermädchen, das eine Schriftstellerin sozusagen heimsucht und auch eine Aufgabe für sie hat, die sie zu erfüllen hat, damit sie ihren Frieden finden kann.
00:22:18: Moni: Und das ist etwas, mit dem man hier ganz viel konfrontiert wird und wo auch viel natürlicher mit umgegangen wird als in Deutschland, wie ich finde.
00:22:26: Moni: Also da sieht man das ja gleich kritisch, sobald man nicht eine hundertfünfzigprozentige wissenschaftliche Erklärung für irgendwas hat. Oder man wird in so eine spirituelle Ecke abgeschoben, in der man vielleicht auch nicht unbedingt sein möchte. Was die taiwanische Geisterwelt angeht, das war dann auch tatsächlich einer der Auslöser,
00:22:44: Moni: warum ich dann nochmal genauer hingeschaut habe bei den Träumen, oder auch bei meiner Auseinandersetzung mit Verstorbenen.
00:22:51: Moni: Weil es hier in Taiwan tatsächlich so ist, dass es einen Ahnenkult gibt, den es in China eigentlich auch gibt oder gab.
00:23:00: Moni: Durch die Kulturrevolution wurde dort auch vieles kaputt gemacht.
00:23:03: Moni: Aber hier in Taiwan ist es tatsächlich so, dass viele Familien ihre Ahnen verehren.
00:23:07: Moni: Das heißt, wenn sie sterben, dass sie dann einen Altar zu Hause aufbauen mit einem Bild von der verstorbenen Person, der sie dann regelmäßig Opfer bringen.
00:23:15: Moni: Und manche Verstorbene werden dann auch zu Gottheiten und werden von mehreren Leuten verehrt, wenn ihnen besondere Heilsbringungen nachgesagt werden.
00:23:25: Moni: Und man steht eigentlich mit diesen Verstorbenen oder mit diesen Gottheiten in einer Beziehung wie mit Menschen.
00:23:30: Moni: Es ist sehr pragmatisch, es ist auf so Zwischenmenschlichkeit bedacht.
00:23:35: Moni: Also wir gehen dann auch immer, wenn mein Mann und ich hier nach Taiwan zurückkommen, zu dieser Bezirksgottheit. Das kann man sich vorstellen wie einen kleinen Ortsvorsteher in Gottheitsform, der für einen bestimmten Bereich zuständig ist, und bringen ihr dann immer eine Kleinigkeit mit aus Deutschland.
00:23:51: Moni: Also idealerweise immer etwas Weiches, weil die Gottheiten natürlich alle sehr alt sind und keine guten Zähne haben.
00:23:56: Moni: Entsprechend können sie nicht gut kauen und mögen weiche Sachen. So etwas wie Gummibärchen bietet sich da besonders gut an. Und bitten einfach um Heil.
00:24:04: Moni: Also dass sie uns bewacht und auf uns aufpasst, während wir hier sind.
00:24:08: Moni: Diese Gottheiten haben unterschiedliche Aufgaben.
00:24:10: Moni: Es gibt natürlich auch die Gottheit fürs Geld, fürs Kinderkriegen, für die Liebe und so weiter.
00:24:14: Moni: Je nachdem, welches Anliegen man hat, kann man die aufsuchen und um deren Segen bitten.
00:24:20: Moni: Und das ist wesentlich konkreter
00:24:24: Moni: als unser christlicher Glaube, wo es irgendwo einen monotheistischen Gott gibt, von dem man sich aber gar nicht so richtig ein Bild machen darf oder sollte.
00:24:32: Moni: Sondern hier sind das wirklich sehr konkrete Figuren.
00:24:35: Moni: Sie haben ja auch in der Regel eine kleine Statue oder so, wo man dann die Räucherstäbchen hinstellen kann oder die Opfergaben bringen kann.
00:24:46: Moni: Das fand ich ganz interessant
00:24:48: Moni: zu sehen, wie man hier mit Verstorbenen oder mit solchen spirituellen Figuren umgeht.
00:24:53: Moni: Also dass man die viel mehr in den Alltag integriert. Dass es auch ein Geisterfest gibt, wo die Tore zur Unterwelt geöffnet werden, einmal im Jahr für einen Monat, meistens im August, und wo man versucht, diese Geister zu besänftigen oder einfach in einer guten Beziehung zu ihnen zu stehen, damit sie keinen Ärger machen und einem das Leben im Diesseits nicht schwer machen.
00:25:14: Florian: Übrigens findet ihr ganz viele Fotos und Videos von Moni auf unseren Social-Media-Kanälen.
00:25:21: Florian: Sucht bei Instagram und bei TikTok nach 333.paranormal.
00:25:26: Florian: Dort findet ihr einige tolle Aufnahmen aus Taipeh, von den jeweiligen Bezirksgottheiten und ein paar Videos von den Festen.
00:25:34: Florian: Folgt uns gerne, denn bei jeder Folge findet ihr natürlich immer wieder neue Beiträge zu den Episoden.
00:25:39: Florian: Wenn ihr uns supporten wollt, lasst gerne auch ein paar Kommentare da.
00:25:44: Florian: Und jetzt geht's weiter mit Moni.
00:26:18: Moni: das Geburtsdatum eines Geistes, den man dann heiraten muss.
00:26:20: Moni: In dieser Komödie geht es darum, dass der Super-Macho von Polizist einen verstorbenen männlichen Geist heiraten soll.
00:26:28: Moni: Dann stürzen sich gleich die alten Damen auf ihn und sagen: Juhu!
00:26:32: Moni: Der Geist hat seinen Ehemann erwählt.
00:26:34: Moni: Und er ist total genervt davon.
00:26:36: Moni: Er sagt auch, er glaubt nicht an so etwas, das sei doch alles nur Mist.
00:26:39: Moni: Er wird hier niemanden heiraten. Denn — das gibt es tatsächlich auch.
00:26:42: Moni: In Taiwan gibt es die sogenannte Geisterehe: dass wenn jemand — meistens ist es dann doch ein Mädchen —
00:26:48: Moni: also wenn ein Mädchen jung verstirbt, dass man ihr dann postum einen Ehemann sucht.
00:26:53: Moni: Dann findet eine Zeremonie statt, in der dieser junge Mann dieses verstorbene Mädchen heiratet und es dann für den Rest seines Lebens verehrt.
00:27:05: Moni: Oder der Geist dieses verstorbenen Mädchens dafür sorgt, dass es ihm gut geht und sich um ihn kümmert, in irgendeiner Form.
00:27:11: Moni: Also er kann dann auch neu heiraten.
00:27:13: Moni: Das ist dann auch kein Problem, aber man muss sich halt um diesen Geist kümmern.
00:27:17: Moni: Und dadurch, dass sich der Polizist in dieser Komödie verweigert, erfährt er zunächst einmal ganz viel Unglück.
00:27:23: Moni: Also er verliert seinen Job, und im Endeffekt liegt er dann mit Kopfverletzung und gebrochenem Arm da und willigt in diese Geisterehe ein.
00:27:29: Moni: Und dann erscheint dieser Geist. Das ist alles sehr lustig gemacht, also vielleicht ein bisschen so — naja, wie soll ich sagen — so Bully-Herbig-Humor, was die Darstellung der Homosexualität angeht. Aber nichtsdestotrotz erfährt man sehr viel über den Geisterglauben hier in Taiwan. Weil man dann sieht, dass sozusagen, wenn ein Geist beschlossen hat, mit dir in irgendeiner Form in Verbindung zu treten, und du verweigerst dich dem —
00:27:51: Moni: Und du gehst nicht auf seine Wünsche ein.
00:27:53: Moni: Diese Wünsche waren sehr konkret bei diesem verstorbenen Mann: Der hat sich nämlich gewünscht, dass er sich um seinen Hund kümmert.
00:27:59: Moni: Der war sehr umweltfreundlich, also er sollte sich für Umweltschutz einsetzen und sich außerdem regelmäßig mit seiner Oma treffen.
00:28:07: Moni: Und wenn man das nicht macht, dann können diese Geister für ziemlich viel Unglück sorgen.
00:28:11: Moni: Und dieser Polizist lässt sich dann im Endeffekt tatsächlich auch aus rein pragmatischen Gründen darauf ein und stellt dann fest, dass sein Leben dadurch besser wird.
00:28:18: Moni: Ja.
00:28:20: Moni: Das war auch etwas, wo ich dachte: Okay, das kommt ja wirklich von außen sozusagen.
00:28:24: Moni: Dieser Polizist glaubt nicht daran.
00:28:26: Moni: Der hat auch keinen psychologischen Knacks oder hat irgendwas Schlimmes erlebt, wo man jetzt sagen könnte: Okay, der wird von diesem Geist heimgesucht, das ist vielleicht der Geist des verstorbenen Cousins, den er eigentlich ganz gern gehabt hat und jetzt vermisst.
00:28:39: Moni: Das ist wirklich von außen jemand völlig Fremdes, über diesen roten Umschlag, mit dem er sich dann auseinandersetzen muss.
00:28:45: Moni: Und das fand ich interessant. Also dieses Konzept von: Es sind nicht nur Leute aus deinem eigenen psychologischen Umfeld, mit denen du irgendwie in Verbindung stehst, sondern wirklich manchmal Fremde oder entfernt Bekannte, wie auch immer, die auf diese Art und Weise in dein Leben treten können.
00:28:59: Florian: Das hört sich jetzt fast so ein bisschen an — wenn ich nochmal an deinen ersten Traum zurückdenke — als ob sich dein Schulfreund von damals in deinem Traum mit dir verheiraten wollte, oder so ähnlich.
00:29:10: Moni: Oh Gott, ja!
00:29:11: Moni: Nein, aber so habe ich das nicht empfunden.
00:29:12: Moni: Ja, aber tatsächlich, lustigerweise — in diesem Film, wie das dargestellt wurde:
00:29:16: Moni: Da dringt nämlich auch in einem Moment der Geist in diesen Polizisten ein, und er verändert sich dann plötzlich.
00:29:22: Moni: Und wird zu diesem Verstorbenen sozusagen.
00:29:26: Moni: Das hat sich im Traum genau so angefühlt.
00:29:30: Moni: Dass dieser Geist so eindringt — das habe ich da gesehen.
00:29:32: Moni: In dieser Komödie eigentlich, aber das war auch so.
00:29:36: Moni: Und das fand ich dann interessant, also dass man wirklich davon ausgeht, dass da etwas von außen kommt.
00:29:41: Moni: Ich hatte auch nochmal — da habe ich mich mit einem taiwanischen Freund darüber unterhalten — einen anderen Traum, in dem meine verstorbene Oma, die schon 2005 verstorben ist, die war am Ende sehr dement.
00:29:52: Moni: Die kam in meinem Traum ganz verwirrt an, und ich so: Oma, was machst du denn hier?
00:29:59: Moni: Sie meinte: Ja, ich will dich abholen.
00:30:02: Moni: Ich bin jetzt noch nicht dran.
00:30:03: Moni: Also, du musst mich noch nicht abholen.
00:30:05: Moni: Leg dich erst mal hier auf die Bank und ruh dich ein bisschen aus.
00:30:08: Moni: Und sie war so ganz still.
00:30:08: Moni: Ja, okay, hat sich dahin gelegt.
00:30:11: Moni: Dann dachte ich auch: Was war das denn für ein Traum?
00:30:13: Moni: Also ganz seltsam.
00:30:14: Moni: Auch wieder überhaupt nicht gruselig oder so. Die ist ja schon wirklich sehr lange tot jetzt.
00:30:18: Moni: Was will die denn von mir?
00:30:20: Moni: Und dann habe ich das dem taiwanischen Freund erzählt.
00:30:22: Moni: Er meinte: Ja, ja, deine Oma vermisst dich wahrscheinlich.
00:30:25: Moni: Da will jemand etwas von dir.
00:30:29: Moni: Und es ist gar nicht so sehr, dass du vielleicht etwas von dieser Person brauchst oder möchtest, sondern die will etwas von dir.
00:30:34: Moni: Und dann tut man ihr einen Gefallen.
00:30:36: Moni: Im Nachhinein wurde mir dann klar: Die ist in einer Zeit zu mir gekommen, als gerade meine Großtante gestorben war, also die letzte Person aus ihrer Generation sozusagen.
00:30:45: Moni: Das war ihre Schwägerin, die kleine Schwester von ihrem Mann.
00:30:48: Moni: Die ist gestorben, und sie lag in der Zeit irgendwo im Krematorium und hat darauf gewartet, dass sie begraben wird.
00:31:00: Moni: Und in der Zeit hatte ich diesen Traum.
00:31:01: Moni: Also höchstwahrscheinlich hatte sich meine Oma tatsächlich verlaufen und wollte eigentlich ihre Schwägerin abholen und ist dann bei mir gelandet, aus Versehen.
00:31:11: Moni: Also so habe ich mir das dann im Nachhinein erklärt, weil anders hätte ich jetzt auch nicht gewusst, wie ich es einordnen soll.
00:31:18: Florian: Das ist total spannend.
00:31:19: Florian: Wir haben in unserer ersten Folge so einen kleinen Exkurs in die Schlafparalyse gemacht. Da gibt es beide Seiten, die psychologische Leseweise, aber dann gibt es auch eine paranormale Leseweise. Und in der paranormalen Leseweise wird gefragt, ob Träume oftmals nicht so etwas wie ein Zwischenort sind, durch den irgendwie andere Entitäten, Bewusstsein oder auch Wesen kommen können.
00:31:48: Moni: Ja, also dem würde ich auf jeden Fall zustimmen.
00:31:51: Moni: So würde ich das auch empfinden.
00:31:53: Moni: Also was ich tatsächlich manchmal mit Freunden habe, dass wir uns gleichzeitig schreiben.
00:31:58: Moni: Das passiert häufig auch mit sehr guten Freunden, wo wir dann auch beide sagen: Okay, das ist lustig!
00:32:03: Moni: Dass wir wirklich in der gleichen Sekunde aneinander gedacht und einander geschrieben haben. So etwas passiert.
00:32:09: Moni: Ich überlege gerade nur — ich glaube, meine Großmutter hat gewisse Dinge in der Form aufgeschrieben.
00:32:18: Moni: Das könnte ich nochmal genau nachschauen.
00:32:20: Moni: Also die hat meines Wissens ein Traumtagebuch geführt, und hatte sie nicht, glaube ich, sogar den Namen ihres Mannes geträumt?
00:32:29: Moni: Da müsste ich jetzt nochmal genau nachschauen.
00:32:30: Moni: Ich meine, da war irgendwas. Also meine Großmutter väterlicherseits war auf jeden Fall auch sehr sensibel, war auch Künstlerin und war sehr empfindsam in vielerlei Hinsicht. Eigentlich meine Großmutter mütterlicherseits ebenfalls, wobei die das ein bisschen anders ausgelebt hat.
00:32:47: Moni: Also ich glaube, die hat auch sehr viel gespürt und gesehen, ohne dass sie jetzt viel darüber gesprochen hat.
00:32:54: Moni: Da gibt es noch eine nette Anekdote hier aus Taiwan.
00:32:56: Moni: Es gab mal vor ein paar Jahren einen Politiker, der verkündet hat, dass ihm im Traum die Gottheit Mazu erschienen sei, und die hätte gemeint, er solle sich für irgendein Amt bewerben.
00:33:09: Moni: Und das hat auch für sehr großes Aufsehen gesorgt.
00:33:11: Moni: Er war dann auch relativ erfolgreich mit dieser Geschichte, einfach zu sagen: Ja, mir ist diese Gottheit erschienen, und die will jetzt, dass ich dieses politische Amt bekleide.
00:33:21: Moni: Und Mazu ist eine ganz wichtige Gottheit hier, eine der Seefahrergottheiten.
00:33:25: Moni: Dadurch, dass es ja eine Insel ist, wird sie sehr stark verehrt. Es gibt auch jährlich einen ganz großen Lauf, also dass man lange Strecken zurücklegt zur Verehrung von Mazu.
00:33:34: Moni: Also die ist sehr wichtig, und das war ein ganz spannendes Narrativ, mit dem er wirklich erfolgreich war.
00:33:42: Moni: Die Frage ist natürlich, ob er das wirklich geträumt hat, oder ob er es einfach nur genutzt hat.
00:33:45: Moni: Weil er wusste, wie man hier eventuell darauf reagieren würde.
00:33:49: Moni: Aber spannend fand ich das allemal, dass es dann eine Geschichte war, die so gut funktioniert hat.
00:33:54: Moni: Also man stelle sich das mal vor: Jetzt würde irgendein Politiker in Deutschland verkünden, er hätte das und das geträumt, diese oder jene Figur sei ihm erschienen,
00:34:04: Moni: und deswegen müsste er das jetzt machen. So erfolgreich, wie dieser Politiker hier damit war, wäre er damit nicht.
00:34:11: Moni: Es hat für viel Aufmerksamkeit gesorgt, und nicht nur im Sinne von: Ach, das ist ja nur Quatsch.
00:34:15: Moni: Das ist ein Scharlatan oder so. Sondern es haben viele auch wirklich ernst genommen.
00:34:18: Moni: Das fand ich super interessant, diese Geschichte.
00:34:21: Florian: Hört sich tatsächlich nach Donald Trump an, muss ich sagen. Der hat doch auch kürzlich verkündet, dass Gott ihm einen größeren Auftrag gegeben hätte.
00:34:30: Moni: Ja, und bei manchen scheint es ja trotzdem zu funktionieren.
00:34:33: Moni: Also so kritisch man das auch sehen mag: Es hat schon eine gewisse Überzeugungskraft, auch wenn wir das ganz kritisch sehen würden.
00:34:41: Florian: Wie war es eigentlich, als du aufgewachsen bist?
00:34:44: Florian: Bist du irgendwie spirituell oder religiös aufgewachsen?
00:34:46: Florian: Was hat Glaube, was hat irgendetwas Nichtstoffliches in deiner Sozialisation zu tun gehabt?
00:34:54: Moni: Tatsächlich bin ich religiös aufgewachsen, insofern als dass ich mit fünf Jahren den Wunsch geäußert habe, mich taufen zu lassen.
00:35:03: Moni: Meine Eltern wollten das zunächst gar nicht, die haben es gar nicht so sehr geplant, und mein Vater kommt aus einem konvertierten katholischen Elternhaus.
00:35:12: Moni: Das heißt, er ist sehr religiös katholisch aufgewachsen.
00:35:14: Moni: Er fand das auch, glaube ich, gar nicht immer so toll, wie ich das habe durchklingen hören.
00:35:18: Moni: Also er musste jeden Sonntag in die Kirche, und das war dann auch nicht so Kindergottesdienst wie heutzutage, dass es da irgendwie eine nette Spielecke gab.
00:35:24: Moni: Man musste halt ruhig sitzen und mitsingen und so weiter.
00:35:28: Moni: Deswegen war er jetzt nicht so erpicht darauf, uns gleich taufen zu lassen.
00:35:32: Moni: Und meine Mutter wiederum ist im sozialistischen Ungarn aufgewachsen. Da war die Großmutter väterlicherseits wohl auch religiös, also auch katholisch.
00:35:40: Moni: Aber durch das politische Umfeld und auch durch ihren Vater, der in der Partei war, war es eigentlich total verpönt.
00:35:47: Moni: Das heißt, die haben beide gar nicht so sehr eine große Nähe gehabt
00:35:50: Moni: zur katholischen Kirche.
00:35:52: Moni: Aber ich habe — das weiß ich noch ganz genau — mit fünf Jahren das Gefühl gehabt,
00:35:56: Moni: dass es ja gar nicht so schlecht wäre, eine Beziehung zu haben mit einem Gott, falls der denn existiert.
00:36:02: Moni: Es könnte ja nicht schaden, und ich fand das auch ganz nett.
00:36:05: Moni: Also ich habe das bei meiner Patenkusine gesehen, die Taufe, ich fand es total schön, und ich wollte das dann haben. Und dann wurden meine Geschwister mitgetauft. Und ich bin auch zur Erstkommunion gegangen, und mich hat es sehr überzeugt.
00:36:17: Moni: Ich fand das total nett, einfach dieser Liebesgedanke, und man ist eine Gemeinschaft, und ich fand das irgendwie schön.
00:36:23: Moni: Ich habe auch unglaublich
00:36:25: Moni: positive Erinnerungen an meine Kirchenbesuche, bis heute eigentlich. Nur irgendwann mit
00:36:31: Moni: fünfzehn, sechzehn habe ich natürlich auch angefangen, das alles zu hinterfragen, und überhaupt diese ganze patriarchale Struktur in der katholischen Kirche.
00:36:39: Moni: Das fand ich dann nicht mehr so reizvoll, sodass ich dann irgendwann gesagt habe: Also irgendwie befriedigt mich das intellektuell nicht mehr, und auch spirituell nicht, sodass ich dann ausgestiegen bin.
00:36:47: Moni: Aber eigentlich verbinde ich bis heute etwas sehr Positives damit, ohne dass ich jetzt sagen würde, ich bete oder so. Also dieser typische Weihnachtsgang — an Weihnachten gehe ich gerne wegen der Stimmung in die Kirche.
00:36:56: Moni: Das mache ich noch ganz gerne, auch mit meinen Töchtern, dass sie das auch so ein bisschen mitbekommen. Und ich halte es einfach auch im Sinne der Allgemeinbildung für wichtig, sich mit der Bibel auszukennen.
00:37:05: Moni: Aber genauso gehen wir mit unseren Töchtern hier auch in die Tempel und beten zu den Gottheiten.
00:37:09: Moni: Also das würde ich jetzt genauso machen, und mache ich auch, einfach im Sinne von: Man passt sich den lokalen Gepflogenheiten an.
00:37:16: Moni: Und ja, also so handhabe ich mein spirituelles Leben.
00:37:22: Florian: Und wie würdest du sagen, wie ist jetzt so dein Glaube im Sinne von übernatürlichen Dingen?
00:37:26: Florian: Bist du da eher Skeptikerin, oder gibt es gewisse Dinge, die du glaubst und die du nicht glaubst?
00:37:31: Florian: Wie ist deine Einstellung?
00:37:33: Moni: Ich finde es schwierig zu sagen, wie ich heute mittlerweile zu paranormalen Phänomenen eingestellt bin. Ich würde sie auf jeden Fall nicht mehr einfach so wegschieben oder abtun.
00:37:44: Moni: Also wenn mir jemand davon erzählt, würde ich erst mal zuhören.
00:37:46: Moni: Ich würde Fragen stellen dazu, und ich würde erst mal glauben.
00:37:50: Moni: Also ich würde tatsächlich erst mal sagen: Ja, da war was sozusagen. Und würde natürlich auch schauen, ob es eine wissenschaftliche Erklärung dazu gibt.
00:37:58: Moni: Das ist auch etwas, womit ich aufgewachsen bin, insofern als dass mein Vater Archäologe ist.
00:38:03: Moni: Ich komme aus einer Archäologenfamilie, also sein Vater war auch schon Archäologe, mein Onkel auch.
00:38:07: Moni: Und da gibt es natürlich — das ist eine Wissenschaft, und gleichzeitig wird man ja auch bei Ausgrabungen häufig mit viel Aberglauben konfrontiert.
00:38:14: Moni: Also wenn es zum Beispiel darum geht, irgendein Grab auszuheben:
00:38:17: Moni: Da gab es dann auch im alten Ägypten diese ganzen Flüche, die an den Gräbern geschrieben waren — wer dieses Grab öffnet, der wird ganz elendig zugrunde gehen. Und interessanterweise ist das dann häufig auch eingetreten.
00:38:28: Moni: Also diese ganzen Flüche, wo man dann erst mal meinte: Ach, ich bin nicht abergläubisch, alles Humbug — sind eingetreten, und man hat dann später festgestellt, das war der Fledermauskot oder so, der in der Luft lag und die Leute dann alle umgebracht hat.
00:38:41: Moni: Insofern bin ich auch durch meinen Vater dahingehend geprägt, erst mal zu sagen: Es ist sinnvoller, das erst mal alles zu glauben und davon auszugehen, dass es existiert, um dann im Nachhinein vielleicht zu schauen, was sich da noch dahinter verbergen könnte.
00:38:55: Moni: Also eine wissenschaftliche Antwort darauf zu finden, und einfach auch so eine gewisse Ehrfurcht zu haben: dass nur, weil es keine wissenschaftliche Erklärung dafür gibt, das nicht heißt, dass es nicht existiert, sondern dass wir einfach eingeschränkt sind in unseren Wahrnehmungsmöglichkeiten. Und dass manche Leute möglicherweise auch sensibler sind für gewisse Dinge als man selbst.
00:39:14: Moni: So würde ich das mittlerweile handhaben und einschätzen, wenn ich solchen Erzählungen begegne.
00:39:21: Florian: In so vielen östlichen Traditionen ist ja Meditation eine viel größere Sache als im westlichen.
00:39:27: Florian: Und man sagt ja, dass man damit auch seinen Blick nach innen und seine Intuition schärfen kann, richtig?
00:39:32: Moni: Genau.
00:39:33: Moni: Meditation ist ein Punkt. Das wünscht sich meine Mutter, dass ich das immer mehr mache.
00:39:38: Moni: Nur irgendwie bin ich so diesseitig und von den ganzen Verlockungen des Diesseits gefangen und immer fasziniert, dass ich dafür selten oder bisher noch gar nicht so viel Zeit finde.
00:39:48: Moni: Also was ich mache, ist Yoga, aber das ist ja auch eher etwas sehr Körperliches.
00:39:52: Moni: Auch wenn der Geist eine Rolle spielt. Und vielleicht finde ich irgendwann mal zur Meditation. Ich glaube tatsächlich, dass das gerade für jemanden wie mich eigentlich eine sehr sinnvolle Sache wäre, die ich einfach noch nicht in Angriff genommen habe, muss ich sagen.
00:40:04: Moni: Mein stärkstes Argument gegen eine rein psychologische Deutung meiner Träume wären diese Zufälligkeiten, die sich da ergeben haben. Also diese Träume wirklich zu träumen:
00:40:16: Moni: Dass eine andere Person schwanger ist — die ist dann tatsächlich schwanger.
00:40:19: Moni: Dass ich exakt den Wortlaut von einer Textnachricht träume, den ich dann zwei Wochen später bekomme — das ist nicht mehr rein psychologisch.
00:40:26: Moni: Also das ist nichts, was mein Geist produzieren kann, weil das irgendetwas ist, was von außen kommt.
00:40:32: Moni: Bei einem anderen könnte man immer noch anders argumentieren. Und mein Argument dagegen ist —
00:40:36: Moni: Also gegen die rein psychologische,
00:40:39: Moni: subjektive Deutung von Träumen: dass es eigentlich die Wahrnehmung der Welt einschränkt und das eigene Weltbild sehr stark beengt.
00:40:50: Moni: Und wenn man sich dem öffnet, kann man möglicherweise auch mehr sehen.
00:40:55: Moni: Also einfach, wenn man sich eine andere Brille aufsetzt, wie du schon gesagt hattest: Wenn man eine gewisse Einstellung zu gewissen Dingen hat, dann sieht man auch nur noch das.
00:41:02: Moni: Man kann es ja an Kleinigkeiten festmachen.
00:41:03: Moni: Wenn man sich eine Brille kaufen möchte, sieht man bei jeder Person immer die Brille als Erstes, weil es das ist, worauf man den Fokus legt.
00:41:09: Moni: Und wenn man diesen Fokus verschiebt und sich auf gewisse Weise öffnet, wird man möglicherweise noch mehr erkennen können, welche Bedeutung das noch haben kann, oder wer da versucht, mit einem in Verbindung zu treten.
00:41:21: Moni: Und ja, das nicht irgendwie von vornherein abzuwehren.
00:41:23: Moni: Also das wiederum kann ja auch wieder hilfreich sein für die eigene Psyche.
00:41:27: Moni: Also davon hat man dann auch subjektiv wieder etwas. Genauso wie in diesem Film "Marry My Dead Body": Der macht das ja nicht, weil er ein netter Mensch ist, dieser Polizist, der ist ja ein ziemlich blöder Typ, sondern der macht es einfach, damit er keinen Ärger mehr bekommt. Und wenn man Probleme hat, zu sagen: Okay, vielleicht gibt es da auch irgendetwas, was von außen Einfluss auf mich nimmt, und vielleicht habe ich eine Möglichkeit, mich damit auseinanderzusetzen, um dieser fremden Kraft oder dieser Person oder wem auch immer entgegenzukommen und mir das eigene Leben wieder leichter zu machen.
00:41:56: Moni: Also, ja.
00:41:57: Florian: Ich glaube, an dieser Stelle können wir auch mal in die Runde fragen, an die Zuhörerinnen und Zuhörer, ob die vielleicht schon mal irgendetwas Krasses geträumt haben, was wahr geworden oder was vielleicht eingetreten ist.
00:42:09: Moni: Das würde mich auf jeden Fall auch interessieren.
00:42:11: Moni: Also andere Erfahrungen von Leuten, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben wie ich. Vielleicht die auch erst mal kritisch waren und dann aber im Nachhinein festgestellt haben: Okay, vielleicht ist da ja noch mehr dahinter. Das würde mich wirklich auch sehr interessieren, weil das für mich auch ein langer Prozess war, dann wirklich zu sagen: Okay, rein psychologisch kann ich nicht argumentieren, dass da nicht doch irgendwie ein bisschen etwas anderes dahintersteckt.
00:42:34: Florian: Wenn ihr selbst schon einmal einen Traum hattet, der sich im Nachhinein irgendwie anders angefühlt hat als einfach nur ein Traum — vielleicht weil etwas davon tatsächlich eingetreten ist, oder weil euch etwas darin bis heute beschäftigt — schreibt es gerne in die Kommentare.
00:42:50: Florian: Mich würde wirklich interessieren, wie häufig solche Erfahrungen eigentlich vorkommen.
00:42:55: Florian: Und wenn ihr selbst eine Geschichte habt, die ihr bei 333 erzählen möchtet, findet ihr den Link zum Fragebogen wie immer in der Beschreibung und in der Bio des Podcasts.
00:43:04: Florian: Wenn euch der Podcast gefällt, hilft es mir außerdem sehr, wenn ihr ihn bewertet und mit Freunden oder Familie teilt.
00:43:11: Florian: Gerade am Anfang macht das wirklich einen Unterschied.
00:43:14: Florian: Wir hören uns in zwei Wochen wieder. Und weil wir uns langsam Richtung Halloween bewegen, wird die nächste Geschichte ein kleines bisschen gruseliger.
00:43:25: Florian: Ich freue mich jetzt schon.
00:43:26: Florian: Bis bald.
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